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Montaigne weihte diesem Gelehrten einige Worte des Mitleids,die wir mit Freuden wiederholen: „Ich höre, zur großen Schandeunseres Jahrhunderts, daß zwei ausgezeichnete Gelehrte unseres Zeit-alters in einer Lage gestorben sind, in welcher sie nicht genug zu essenhatten. Lilius Gregorius Giraldus in Italien und Sebastianus Ca-stalio in Deutschland. Ich glaube, daß es Tausende von Menschen gibt,welche sie unter vortheilhasten Bedingungen zu sich gerufen, oder die-selben dort, wo sie waren, unterstützt hätten, wenn sie es nur gewußthätten. Die Welt ist nicht so ganz verdorben, daß ich nicht einenMenschen finden wollte, der mit der größten Liebe wünschen würde,daß die Mittel, welche ihm die Seinigen überließen, dazu verwendetwerden könnten, nach dem Glücke, das er genießt, Personen, welchesich auf irgend eine Weise auszeichnen, und zuweilen durch das Un-glück in die äußerste Dürftigkeit gerathen, vor Noth zu bewahren,und sie wenigstens in eine solche Lage zu versetzen, daß es nur einemMangel an Bescheidenheit zuzuschreibcn wäre, wenn sie nicht zufriedensein würden."
I) ksssis, tiv. I., cd. 34.
Verzeichniß der Hauptarbeiten Castalion's:
Dialogornm sacrorum litiri IV. Las., 1543. — Eine Uebersetzungder sibyllinischen Verse mit Anmerkungen. — Eine lateinische Uebersetzung derPsalmen Davids und biblischer Gesänge. 1547. — Ein griechisches Gedichtzu Ehren Johannes des Täufers, und eine lateinische Umschreibung des Pro-pheten Jonas 1548. — Eine theilweise Uebersetzung Homers, Xcnophonsund des heiligen Cyrillus. — Eine lateinische Uebersetzung der italienischen 32Gespräche des Ochin. — Eine lateinische Uebersetzung der Bibel. Basel 1551.— Eine französische Uebersetzung der Bibel, Basel 1555, — diese ist Hein-rich II. gewidmet. Theodor Beza behauptet, daß das Cauderwelsch von Poic-tou, der plumpste von allen Dialekten Frankreichs, weniger barbarisch klinge,als Castalions Styl. Nich. Simon versichert hingegen, in Castalions Ueber-setzung lasse sich ein feiner und zierlicher Sink erkennen. (Hist. crit. lluVieux - Vest., clr. 25,) — Eine lateinische Uebersetzung der „Theologia ger-manica," unter dem Namen Joannes Thcophilus. — Dialog! lle praellesti-natione, <Ie eleetions, «je libero arbitrio, «je kille. — Defensiv trans-Istionis >'ovi 1'estamenti contra Itr. Lerarn. — In capit. 0. ep. rillKorn., corninent. lle praellestinatione et sustikieatione. — De nonpunienllislraereticis; diese Schrift wird aber auch demSocin zugeschrieben.—Defensiv contra Lslvinurn et Lerain. — Folgendes Zeugniß legte PeiruSRamus von dem gelehrten Castalion ab: „Dtinain tanti ingenii tainque
donis artikus ae literis ernlliti vis illa in troe unico graecae proles-sionis argumenta versari rnaluisset; nikil rnea rzuillem sententia inisto genere laullis kasilea eomparanllum Irakuisset." Letr. kam. inöasilea. p. 52.
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