Druckschrift 
Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
170
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mir entwirfst? Ich soll so voll Stolz, Undank, Arglist, Schamlosig-keit. Lästerung und Gottlosigkeit sein? Wenn du an mir alle dieseFehler erkanntest, sage mir doch, wie cs möglich war, daß du unddeine Freunde, trotz meinen wiederholten Weigerungen, mich genöthigthaben, die Leitung des Gymnasiums in Genf anzunehmen? Wie, dukonntest zur Unterweisung der Tugend einer Stadt, welche du die heiligenennst, einen Mann erwählen, der von Lastern voll ist? Du, der dumich so genau kanntest? Sage mir doch, wie du mir bei meinemfreiwilligen Abgänge von Genf ein so schönes Zeugniß über meine Sittenund mein Leben ausstellen konntest?"

Du wirfst mir den Unterhalt vor, welchen du mir in Straßburggabst! Ich habe bei dir gewohnt, das ist wahr, ungefähr eine Woche;dann war ich aber genöthigt, zu weichen, und meine Kammer der Ma-demoiselle de Bergers einzuräumen, welche dich mit ihrem Sohne undBedienten besuchte; aber ich habe Alles bezahlt, was ich."

Wie grimmig hassen du und Beza mich! Alles Böse, was man vonmir gesagt, glaubet ihr, oder thut, als ob ihr es glaubet; dem Gutenaber schenkt ihr keinen Glauben. Eure Abgesandten mögen euch vonmir vorgeben, was sie wollen; ihr täuschet sie, wie sie euch täuschen,wenn ihr ihnen über mich tausend Fabeln erzählet, die ihr erfundenhabt. Habt ihr mich nicht als einen gefährlichen Cabalisten ver-schrieen, der eine Menge Knechte zu seinem Dienste auf Stadt undLand ausgeschickt habe; so daß einige Franzosen, die von Srraßburgnach Basel kamen und an mir einen Satrapen mitten unter einerSchaar Trabanten zu finden glaubten, der in lauter Gold prange,sehr erstaunt waren, einem armen Menschen zu begegnen, der ganzdürftig und schlicht an nichts Anderes denkt, als wie er mit allerWelt im Frieden leben wolle. Weil die Obrigkeiten nicht auf euchhören wollen, sucht ihr mich zu entehren und mich der größten Schäd-lichkeiten zu beschuldigen; ihr verfolget meine Bücher mit euerem Zorneoder Bannflüche; ihr schreibet gegen mich und gebt euch alle möglicheMühe, zu bewirken, daß man mir zu antworten verbiete."

Wenn Castalion auf die Beschuldigung des Diebstahls kommt,dessen ihn Calvin anzuklagen wagte, bleibt seine Vertheidigung

t) tzusero ex te guorum dominum est xueris instituenckis prsekiceredominem, quem tu scelerstum esse seines, ickgue in es urbe cmamvos ssncts metism impressis tibris sppellstis? Ve5., 18.

2) Lastsl. Del., p. 26.

S) Ve5, p. 40.