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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
153
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demüthigst um Verzeihung bitten? Viel früher wäre es nöthig gewesen,daß man sie verhindert hätte, den alten Stank aufzurühren."

Calvin ärgerte sich über den Anblick dieses Sohnes des Peleus,wie er Luther nennt, der keinen Nath hören will und immer seineneigenen Weg geht, ohne sich vor Gebüsch und Bergen zu fürchten.Er möchte, daß sich Luther den Zwinglianern näherte, und um diese An-näherung zu befördern, glaubt er, seine Abhandlung cio ooona Domini,von der kein Theil etwas wissen will, müsse allmächtig wirken.

Von welchem Ungestüm läßt sich euer -Periklcs zu diesem DonnerHinreißen," schreibt er an Metanchthvn,da doch seine Sache um nichtsbesser ist, als die ihrige. Wir Alle verdanken ihm viel, ich gestehees, und würde cs gern leiden, daß ihm das höchste Ansehn bleibe, wenner sich nur selbst zu beherrschen wüßte. Obgleich man in kirchlichen Sachenimmer sehen muß, wie weit wir uns Menschen unterwerfen können.Es ist Alles verloren, wenn Einer mehr vermag, als alle Andere, vor-züglich wenn er Gebrauch von seiner ganzen Macht machen will. Beidem jetzigen Zwiespalt der Meinungen ist cs schwer, den Sturm zu stillen.Wenn aber in uns Allen der Geist wäre, der uns beleben soll, sokönnte man doch noch Hilfe finden. Und wahrlich, wir geben ein schlech-tes Beispiel der zukünftigen Zeit, wenn wir all unsere Freiheit freiwilliglieber wegwerfen wollen, als einen einzigen Mann in Etwas beleidigen.Freilich sein Geist ist gewaltig, und erkennt oft keine Gränzen. Dochmuß dieß immer weiter gehen, wenn ihm Alle nachgcben und Alles er-lauben. Wenn in der neu erwachenden Kirche schon solch ein Beispielvon Tyrannei stattfindet, was wird geschehen, wenn die Sachen eineschlimmere Wendung nehmen."

Mit Bullingcr war der Genfer noch vertrauter, weil er die Stim-mung seines Correspondenten kannte. Er fürchtet dicßmal nicht, daßman von seinen Offenbarungen Gebrauch machen könnte; er schreibt anseinen Freund:

Ich höre, daß Luther mit einer entsetzlichen Schmähschrift nichtallein gegen euch, sondern gegen uns Alle hervorgetreten ist. Jetzt kannich kaum von euch verlangen, daß ihr schweiget. Denn es ist nicht recht,unverdient so mißhandelt zu werden, ohne sich vertheidigen zu dürfen.Uebrigens ist es schwer, anzunehmen, daß diese Nachsicht fruchten könne.Ich wünsche aber, daß Folgendes euch recht einleuchte. Erstlich, wasLuther für ein großer Mann ist; welche außerordentliche Gaben ihn aus-

I) cgmsriusm moverenl. Lsrello. IO. Oct. 1S44. Llsnuie. l-en.' 2) Lp. »letsnctud. 28. ^sn. IS45.