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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
111
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wie mit stinkenden Speisen, in solchem Grade, daß sie jeden andernEindruck verhindern."^)

Er kommt aber bald zu seiner scholastischen Natur zurück undwendet ein und dasselbe Argument hin und her, um die Gemiither derNicodemiten aus einem Schlafe zu wecken, den er den Tod nennt.Bald ruft er das Feuer der Holle, bald die Krone des Himmels, undsogar die zeitliche Unsterblichkeit zu Hilfe, um der Reformation Christenzu werben. Er will mit aller Gewalt Märtyrer oder Verbannte habenAn die Einen vertheilen seine Worte das Diadem des Himmels, denAndern bieten sie seine Stadt Genf zur Zuflucht an.

Wenn es euch nicht möglich ist," schreibt er an die FamilieBudäus,Christus als euren Erlöser zu bekennen, so laßt euch lieberfür kurze Zeit eures väterlichen Erbes berauben, als daß ihr aufimmer von dem unsterblichen Erbe, zu dem wir berufen sind, aus-geschlossen werdet. Wir mögen wollen oder nicht, wir müssen Fremd-linge sein in dieser Welt, wenn wir auch gar nicht über unser Nest hinaus-kommen. Glücklich sind aber Diejenigen, welche dieß in der That be-zeugen, eher Habe und Gut verlassen, als den Glauben lästern unddenen es nicht schwer wird, sich all ihrer irdischen Bequemlichkeiten zuentäußern, um mit Jesus Christus vereinigt zu bleiben. Dieses istDenjenigen hart, welche nicht gekostet haben, was Jesus Christus ist;aber euch, die ihr seine Güte kennen gelernt, muß nach dem Beispieledes heiligen Paulus alles Uebrige wie Mist und Unrath sein."^)

Gleich als wenn aber sein eigenes Wort nicht mächtig genugwäre, will Calvin die Stimme des sächsischen Apostels, dieses zweitenHerrmanns hören lassen, welcher vielleicht so glücklich sein wird, alledie Gemüther jener Höflinge aus ihrer Schlafsucht zu wecken, wie erdie Churfürsten weckte, welche eben so schliefen, als der Hammer Mün-zers in den Bergwerken ertönte.

Es war das erstemal, daß er an Luther schrieb. Er hatte seinemBriefe das Pamphlet über die Nicodemiten und seine Abhandlung überdie Aergernisse beigegeben. Melanchthon sollte dem Doctor den Briefübergeben. Calvin gab dem Luther mehrere Schmeichelnamen: er

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2) )l88. c>6 ttvruo. Der Brief ist unterzeichnet: <llu>>l68 ck'IÜ8>reviIIe.