Druckschrift 
Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
109
Einzelbild herunterladen
 

der Verstorbene den Glauben gehabt hat, ist er im Schooße Gottes;wenn er aber nicht an Christus geglaubt hat, so ist er verloren fürimmer; wofür sollen nun die Gebete für die Abgestorbenen gut sein?"

Die frühern waren treuer, aber in den spätem Zeiten fügten die Reformirtender Schrift bei, was einigermaßen ihre wichtigsten Glaubensartikel bewährenkonnte, indem sie sahen, daß sie dieselben auf keine andere Weise zu behauptenim Stande wären, weßhalb sie, wie ich schon sagte, die Ausdrücke, welcheihren Jrrthümern am meisten entgegen Ware», änderten und wegstrichen."

Die sogenannten Reformirten verfälschten den 16. Vers des 2. Kapitelsim Briefe an die Galater, um den 20. Artikel ihres Glaubensbekenntnisses zubeweisen, den ihnen die Kirche streitig macht, und in welchem sie sagen, derMensch werde durch den Glauben allein schon gerechtfertigt. Sie übersetztenalso:Wir wissen, daß der Mensch nicht durch die Worte des Gesetzes, son-dern nur durch den Glauben an Jesus Christus gerechtfertigt wird!"

Sie fügten das Wörtchennur" (soilLiueut) in allen Bibeln bei, welchevor dem letzten Jahrhundert gedruckt wurden, so in jenen, die in Lyon durchde Tournes im Jabre 1531 durch Barbier und Thomas Courtau: dann durchLucius im Jahre 1563; durch Heinrich Estiennc ebenfalls im Jahre 1563;durch Perin im Jahre 1574 und eine große Anzahl Anderer gedruckt wurden. Allealten Bibeln hatten das Wörtchen (seuiemonl) nicht, die neuen haben es."

Um zu zeigen, daß Jesus Christus nicht der Erlöser aller Menschen sei,übersetzten sie die Stelle des ersten Brieses an Timotheus IV, 10:

Gott der Erhalter (oonservntenr) aller Menschen und insbesondereder Gläubigen,"

in den Bibeln von 1586, 1605, 1610. Dagegen hieß es in der erstenUebersetzung von 1534, 1535, 1554, 1558 von Robert Olivetan:

Der Erlöser slvnüvour) aller Menschen und insbesondere der Gläubigen."

Man muß wohl beachten, daß das Wort, dessen sich der heilige Paulusan dieser Stelle bedient, im Neuen Testamente sünfundzwanzigmal verkommt,nicht nur in der Vulgata, dem heiligen Augustin und andern Vätern; dieUebersetzung hat überallErlöser": ausgenommen in den Bibeln von 1588,

1605 und 1610, wo sieErhalter" setzten."

Um den 24. Glaubensartikel ihres Bekenntnisses zu stutzen, welcher sagt,die Fürbitte der Heiligen sei nichts, als ein Mißbrauch und ein teuflischerBetrug, übersetzten sie:

Es gibt nur einen einzigen (senk) Mittler zwischen Gott und den Men-schen, Jesus Christus, den Menschen;"

während in den Bibeln der ersten und zweiten Ausgabe wie in der Vul-gata und den alten Vätern übersetzt wurde:

Es gibt einen M.ttler zwischen Gott und den Menschen;"

woraus man sicht, daß das Worteinzig" (so»I) welches den Gegenstandder Controverse ausmacht, beigesetzt wurde.

Der Sinn der Worte des heiligear Paulus im zweiten Briese an dieThessalonicher, K. 2.:

Bewähret die Ueberlieferungen, die ihr erhalten habet, sei es mündlichoder schriftlich,"

wurde verändert. Die ersten und zweiten Ausgaben hielten sich an dieVulgata und den Originaltert; Beza änderte aber den Sinn in der Ausgabevon 1558 und übersetzte:

Behaltet die gegebene Lehre, die ihr durch Wort und Schrift empfangenhabt."

Er setzte das Ve.bindungswvrtund", anstatt des Unterscheivungsworlesoder"; unv um die Einfältigen zu bereden, Gott habe verboten, die BildnisseJesu Christi, der heiligen Jungfrau und der Heiligen aufznstellen; ließen sieihn im Deuteronen;, K. 5., nnd im Buche Erovus, K. 20, in ihren letztenBibeln sagen: