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Zweiter Band (1844)
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trafen, mußten sie um sich schauen; denn der Gastfreund war oft einvon der Polizei des Reformators erkaufter Späher. Das Recht derExcommunication, welches anfänglich dem Rathe überlassen war, gingan die Pastoren über das war für Calvin ein großer Sieg.

Den Patrioten blieb um diese Zeit nur ein einziges Mittel zumHeile; es bestand darin, daß sie durch ihren Einfluß im Ratheeine jener großen Versammlungen des Volkes veranstalteten, in welchendieses die Repräsentativ-Verfassung Herstellen konnte; der Reformatorhatte aber Alles vorhergesehen, und gleichwie er außer der verfassungs-mäßigen Gesetzlichkeit eine priesterliche Gewalt begründet hatte, wollteer durch Hinzuziehung fremder Einflüsse die Volksthümlichkeit aufheben,und sich im allgemeinen Rathe eine Majorität verschaffen, die er in denkleinern Räthen schon besaß. Es war dieß ein Plan, den er mit ge-wandter Ausvauer durchführte.

Die Pamphlete.

Calvin reizt durch seine Pamphlete zum Aufruhr. Die Nicodc-miten. Politischer Charakter der Schrift:kxvnsntitt all ksoucko-Aioociömitns. Ein von den protestantischen Kirchen verschiedenbeurtheilter Gewissensfall. Schreiben an Luther. Melanchthon be-hält es zurück. Zorn Calvin's gegen Luther. Sadolet ein Götzen-diener.

Es lag in Calvin's Interesse, in Genf einen Herd der Propagandaanzulegen. Bei seiner Rückkehr von Straßburg hatte er Sorge getragen,den Glauben aller Phantasten zu rühmen, die in Paris, Lyon und anderngroßen Städten des Königreichs die Gewissensfreiheit erlangt hatten,um unsere Kirchen zu berauben, unsere Klöster zu zerstören und unserePriester zu tödten. Wenn Einige dieser Aufrührer unter das Schwertkamen, beeilte sich Calvin, Beza oder Crespin, eine Marterkrone aufdie Stirne desselben zu setzen. Die Reformation unternahm es, derObrigkeit Vorwürfe zu machen und Mäßigung von ihr zu fordern,

1) Csberel, tllrlvin s linubvo, p. 98.

2) Die erste Abhandlung Calvin's gegen die Nicodcmiten oder Jndifferentistcn

wurde im Jahre 1544 veröffentlicht. Das Schreiben an die Gläubigen vonRouen ist eine Beantwortung der Schrift eines Franziskaners zu Gunstender Libertiner. Farcl wollte in diesem Kampfe sieb seines Landsmannesannehmen, und veröffentlichte im Jahre 1550 ein Pamphlet, unter demTitel:Das Schwert der wahren Lehre gezogen gegen den Schild, dessen

sich ein Franziscaner bedienen wollte, um seine falschen und verdammungs-würdigen Meinungen zu vcrtheidigen." Genf bei Johann Girard, dem näm-lichen, welcher die: Lxcusntio all l>ffcoel6!riilss gedruckt hatte.