hören, wodurch sie bewiesen, daß es ein Unrecht war, eine so guteSache zu verbieten?)
Calvin ließ die Psalmen Marot's von Wilhelm Franc?) welcherin Lausanne wohnte, und durch Goudimel, welcher sich in Lyon auf-hielt, in Musik setzen. Goudimel war ein Reformirter, welcher beidem Gemetzel von Saint-Barthelemy in die Rhone geworfen wurde?)Er war nicht ohne Talent; sein Tonsatz ist einfach und edel, aberohne Schwung. Luther's Choral „Ein' feste Burg" ist nach drei Jahr-hunderten noch jung, während die Weise Goudimels außer Gebrauchgekommen ist, wie die Worte, an denen er sich begeisterte.
Calvin theilte übrigens seinen Jrrthum mit den bedeutendstenMännern dieser Zeit, mit Beza und Pasquier, welche glaubten, dieSprache Marot's werde nur geringe Aenderungen erleiden. Unglück-licherweise hat aber, bis aus die von dem Protestantismus erfundeneForm, Alles ein Ende genommen; während unsere alten katholischenTonweisen noch heure die Bewunderung aller kunstsinnigen Gemüthererregen. Ruhmvolles Loos unserer Kirche, welche Allem die Unsterb-lichkeit verleiht, was sie mit ihrem Hauche belebt! Beza war genö-thigt, ehe er starb, die Verse Marot's zu verbessern. Mit jedem hal-ben Jahrhunderte warwiedereine protestantische Hand nothwendig, welcheeine auf immer erstorbene Sprache verjüngen sollte; aber die Todtenkehren nicht wieder, wie in Bürgers Ballade. Durchgesehen, verjüngtund ausgebessert, kann das Wort Marot's mit Nichts besser verglichenwerden, als mit der Statue des Glaucus, welche von Wogen, Stür-men und Jahrhunderten zerschlagen, am Ende aufhörte, eine mensch-liche Gestalt vorzustellen?)
1) II>8t. oeeles., '1'. I p. 141, 142.
2) „Da die Psalmen Davids vollendet sind, und es sehr nothwendig ist, daß maneinen angenehmen Gesang für sic compoiüre, wird verordnet, daß Herr Wil-helm, der Cantor, welcher sehr geschickt ist, die Kinder zu unterrichten, die-selben täglich eine Stunde lehre." Ilc-g:. 16 nvril. 1543. „Die PsalmenDavids sind mit den Kirchengebeten gedruckt, weil aber in ihnen des englischenGrußes erwähnt wird, wurde beschlossen, daß er herausgenommen werde."16. ckuin.
3) (llveg cak-eere «ckucti g« 8i«i8 jugulati in lilincknuum i,rojieiunlur: «nu-ckeln törlunsm «xpertE «st tllsuckius tinuckimelus «xeollens nostrnnktst« musicu8. — Hlunu., I. 52. p. 1084
4) Conrart und La Bastide verbesserten im siebenzehnte» Jahrhunderte die Neber-
setzung Marot's und Beza's. Marot übersetzte 50 Psalmen — Beza die übri-gen Hundert auf Ansuchen Calvin's. Pasquier sagt in Bezug aus die ArbeitBeza's: „Die Uebersctzung der Psalmen Davids zeigt, was er vermochte,
obwohl er nicht so glücklich war, als Marot in seinen 50." Daß Calvin an-fänglich die Absicht hatte, das Werk des königlichen Propheten in Versen zu