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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
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Das Volk versammelt sich in der Kirche wie an jedem Predigt-tage: und die Kirche ist jetzt gänzlich ohne Zierde. Der heilige Lukassagt aber, es sei der Wille des Erlösers gewesen, daß der Speise-saal, in welchem Ostern gehalten werde, geschmückt, (orno) oder her-ausgeputzt (accoustro) werden solle, wie die Genfer Bibel den grie-chischen Ausdruck übersetzt. Das ist jenes Atrium, welches Proclusdie erste christliche Kirche nennt. Nach der Predigt steigt der Prä-dicant von der Kanzel und nimmt an einem Tische Platz, der mit einemTafeltuche bedeckt ist. Man hat den Altar verworfen, welchen Chry-sostomus den heiligen Stein, und Optatus den Thronsitz Christi nannte.Auf dem Tische steht ein Becken voll Brodbröckchen; Calvin hat näm-lich trotz allen historischen Ueberlieferungen den Kelch verworfen, vonwelchem Tertullian, Augustin und Optatus reden. Der Prädicantnimmt unter dem Beistände der Diakone, ohne sich die Hände zuwaschen, wie es in der alten Kirche Gebrauch war, das Brod, brichtes und theilt es an die Gläubigen aus. Unser Priester, in der katho-lischen Kirche, reicht dem Communicanten die Hostie dar und spricht:6orpus Domini nostri ckesn Ciiristi ou5tockigt animsm iuam invitgm notornam: 4,M0N. Das ist jenes heilige Gebet, welches manin den Katakomben betete, und welches man auch bis ans Ende derWelt beten wird.

Welch ein schönes Gebet ist jenes, das der communicirende Prie-ster mit leiser Stimme spricht:Domino non sum clignus!" dieWorte, welche der Hauptmann im Evangelium, und nach ihm dieChristen der ersten Kirche sprachen?^ Warum hat Calvin dieses lieb-reiche Gebet aus seinem Buche verbannt? Etwa, weil es fünfzehn-hundert Jahre alt war? Bei dem calvinischen Abendmahl küßt Der-jenige, welcher es empfängt, die Hand Dessen, der es ihm reicht, zumZeichen der Ehrfurcht und Demuth; wenn aber Jemand, der vordieser Welt in Ansehen steht, zum Empfange des Abendmahls naht,bringt der Prädicant das Brod an seine Lippen zum Zeugniß derVerehrung. O wie viel schöner feiert der Katholik seine Ostern! Wirsahen im Jahre 1834 den Papst zum Tische des Herrn treten, und dieheilige Hostie, ohne sie zu berühren, aus der Hand eines armen Ka-puziners empfangen; da war es nicht ein grobes Gewand, sondern

1) Luc. c. 22. Llsre. 14.

2) kroel. oupo litur. Eencb. in liturg.

3) Lkrxsost. kom. 61. pop. ^ntiock.

4) Origencs twm. S.