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welcher Seele und Leib des neugebornen Kindes schwebten. Mus-culus behauptete, der Mangel der Taufe beraube die Seele nicht derAnschauung Gottes. Hubert verwarf diese Lehre, und erklärte sieals eine Gottlosigkeit. Beza wurde berufen, sammt einigen Predigernvon Bern und Zürch. Als man sich über die Streitfrage berathenhatte, wurde Hubert als schuldig erklärt, verurtheilt und seiner An-stellung beraubt?)
Calvin behauptet, der Laie könne im Falle einer Todesgefahrnicht taufen, „es sei förderlicher, das Geschöpf ohne Taufe sterbenzu lassen, als auf eine solche Weife taufen."^) Dabei erhob er sichnoch gegen die Lehr - Ueberlieferung unserer Kirche.
In dem ursprünglichen Calvinismus änderten sich die Taufformen sehroft. Bald wurde das Kind von den Armen des Taufpathen gehalten,
bald ruhte es in der Wiege wie in Nerac. Nach einigen Worten,
welche mehr die Form einer Ermahnung, als eines Gebetes hatten,goß der Prediger Wasser auf das Angesicht des Neugebornen, undsprach: ich taufe dich re. Zwingli sagte: man würde den Zaubererngleichen, wenn man diesen Worten eine geheime Kraft beilegenwollte?) In England und in Deutschland bezeichnet man die
Stirne des Kindes mit dem Zeichen des Kreuzes: diesem Zeichendes Heils, von welchem Dionysius der Areopagite, der heilige
Augustin und der heilige Basilius sprechen?)
„Ich behalte die Taufe," sagte Calvin, „und verwerfe dieOelung." Vergebens werdet ihr in der calvinischen Liturgie die Ce-remonien suchen, die in der ersten Kirche im Gebrauche waren undeine ganz geistige Bedeutung haben: Die Auflegung der Hände
bilden gleichsam einen Schild zur Vertheidigung des Kindes; — demSatan entsagen, heisst die gefallene menschliche Natur wieder Her-stellen. — Das Salz, welches der Priester dem Kinde in den Mundlegt, und die Kerze, die er anzündet, zeigen an, dass der Neugeborneaus den Finsternissen in das Licht übergegangen ist; — das weisseGewand ist ein Symbol der jungfräulichen Reinheit des Täuflings:das sind heilige Bilder, welche Calvin in seiner prosaischen Engher-zigkeit aus seiner Liturgie verbannen wollte, und welche man an der Wiegeunseres Glaubens schon im Gebrauche findet.
1) keseiug, ^tköismos su sacremont so pönitonco.
2) kpist. p. 443. angeführt bei klon, so Kommis.
3) Hosins in Prolog.
4) 8. Dion, so ksptismo. — 8. kasitius., so 8p. 3., 27. — kp. 118.
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