„So waren die Apostel gekleidet," sagt der heilige Clemens: „sieopferten in einem Hellen Kleide, wie all ihre Nachfolger." „DerPriestersoll das weiße Gewand anziehen," fügt er hinzu, „und soll sich amAltäre die Stirne mit dem Siegeszeichen des heiligen Kreuzes be-zeichnen."
Lactantius hat uns die Beschreibung einer alten Kirche hinter-lassen: In der Mitte, am ansehnlichsten Orte, steht das Kreuz, unddas Bildniß Christi, vor welchem die Christen zu jeder Stunde desTages niederknieen; denn zu jeder Stunde gibt es Menschen, welchenöthig haben, daß sie beten, Thränen vergießen, Trost suchen, sichGott empfehlen, an die Brust schlagen und Vergebung ihrer Sündenerlangen. Unser Erlöser hat gesagt: Mein Haus ist ein Bethaus.Auch in der ersten Kirche lehrte man nicht im Tempel, sondernan einer abgelegenen Stätte, die wir Schule nennen. Der heiligeChrysostomus antwortete Jemanden, welcher sagte: Soll ich in denTempel gehen? predigt man in ihm? — Komm und bete, es ist einHaus der Zuflucht.
V») Die Taufe.
„Die kleinen Kinder der Gläubigen," sagt Beza, „haben denSamen und Keim des Glaubens in sich, ehe sie getauft sind, weilsie der Herr im Mutterleibe geheiligt hat."*) Tertullian sagte inUebereinstimmung mit der Kirche, „Christen werden gebildet, nichtgeboren; — die Seele wird zu einer christlichen gebildet, aber nichtals eine christliche geboren."^)
In der calvintschen Dogmatik ist es nur ein Zeichen, was denChristen erkennen läßt, und es kann nur bei der Predigt ertheiltwerden, vor der Versammlung der Gläubigen?) Die Anordnungensind formell. Das Kind lief also Gefahr, zu sterben ohne getauft zusein. Musculus, der Superintendent von Bern, hatte verboten, aneinem andern Tage zu taufen, als an einem Sonntage. SamuelHubert taufte bei der Nacht ein Kind in Todesgefahr: er wurdevor den Senat geladen und des Aufruhres und der Ketzerei angeklagt.Hubert wollte sich mit der dringenden Gefahr entschuldigen, in
1) Zelilüsseld. äs Lnpiismo.
2) kiunt, non naseunlur ckri8tisni; snims lieri, nou nass, seiet cüri-stiniia. XpvI., csp. XVH.
3) kremier srticle- Oräonn. äe Ceneve.