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zählt?) Bei dem heiligen Chrysostomus können wir sehen, wie derchristliche Altar vom Golde glänzt, die Fußböden und Mauern voneingelegten Arbeiten, die Tapeten vom Farbenschmucke, die Lampen vongetriebenen Arbeiten!
Die alten, katholischen Gebräuche konnten in Genf nicht fallenwie die Mauern der Kirchen: oft vergaß ein armer Handwerker, daßer zum Abfalle gezwungen worden war, suchte das Weihwasserund bezeichnte sich andachtsvoll mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes.Es ist aber „ein Götzendienst," sagt Calvin, wenn man sich beimEingang in das Haus Gottes die Stirne mit dem Wasser besprengt,welches uns in der heiligen Taufe zu Kindern Gottes machte!
Als die Reformation nach Frankreich kam, stand die KanzelJedem offen, der sie besteigen wollte. Der Erste, der kam, nahm dieBibel und las einige Verse, oft auch eine Homilie von Calvin. Aberdiese Menschenlehre, welche die Reformation herabgesetzt hatte, alssie aus dem Munve unserer Doctoren kam, empörte einige religiöseGemüther, und die Provinzial - Synode^ von Chatellerault im Jahre1597 ließ ein Edict ergehen, welches von nun an die Genfer Exe-gesen verbot.
Aus Haß gegen die katholische Ueberlieferung verbannte Calvinden Gebrauch des Chorhemds, der Stole, des Meßgewandes und allespriesterlichen Schmuckes. Der Prediger erschien in einem Hausrockeoder schwarzen Kleide auf der Kanzel. In Frankreich trugen dieCalvinisten anfänglich dieses Kleid wie es Bürgertracht war, bis zumKniee, mit kurzen, weiten Aermeln, und eine schwarze Mütze. AlsLafaye bei der Schwester des Königs Heinrich III. predigte, trug ereinen Degen an der Seite, einen violetten Mantel mit einem Wamsund Hosen von gelbem Gemsleder. Der Prediger de la Contondierepredigte zu Ile Bouchard in der Touraine mit einem Violett-rothen Wams?) und hatte Dolch und Degen an der Seite. DieKatholiken fragten die reformirten Prediger, ob diese Kleidung auchden Priestern der ersten Kirche eigen gewesen sei, und ob sie jenergleiche, welche der heilige Dionysius beschreibe: ein Linnenkleid umden Leib, eine Stole um den Hals, eine Manipel an den Händenund ein Meßgewand auf den Schultern?
1) 8orvm, Ii>). IV. 'I'Nonck., lill. II c. 27. Xic., lib. IX, e. 46. et lill VII,e. 49. Lus. Vit. Lonst. c. IV.
2) LloriiliontI de Ilemonü, p. 1007.
Audtn: Leben Calvin's ll. Bd.
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