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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
48
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die Kirchen niederriß, weiche die Frömmigkeit der Katholiken dorterbaut hatte. Keine Kirche blieb stehen, als jene, welche dem heiligenPetrus geweiht war, und auch an ihr war die Reformation mit derMauerkelle beschäftigt, um sie dem Blicke des Fremden unkenntlich zumachen. Zur Zeit Florimond de^ Remond's sah man noch die Fensterder Kirchenmit Heiligen bebildet," wie er sich in seiner poetischenSprache ausdrückt. Das Bildniß Jesu Christi war gestürzt, aberman hatte das Bild eines Bischofs geschont. Hinter der Kanzel Cal-vins standen noch die Apostelin erhabener Arbeit, mit ihren Namen,die auf Rollen geschnitten waren." ^)

In Deutschland wie in der Schweiz und in Frankreich predigtendie Reformirten die Zerstörung unserer Tempel: sie fühlten sich ganzglücklich, als sie ihre Feldschlangen gegen die Kirche des heiligen Jo-hannes in Lyon richten konnten. Nach der Einnahme von Orleansstiegen sie mit Hämmern auf die Thurmspi^e der Kathedrale und rissendie vergoldete Dachbedeckung herab, unter dem Gesänge:

So wird Babylon verderben."

Der Prinz von Conde mußte seine Kanonen auf sie richten, um sievon dem Raube abzuhalten. Sie stiegen herab, kamen aber am Abendeauf Geheiß ihres Apostels Beza, mit einer Schaar Missethäter wiederund untergruben die Grundsteine der Kirche, welche sank und zu Bo-den stürzte?)

Wozu so viele geputzte Häuser?" sagte Calvin,reine Herzenwill Gott."

Es war aber nicht nur der damalige Katholicismus in Frankreich,Italien, Spanien, Deutschland, den er angriff; sondern auch derursprüngliche Katholicismus, den Lucian mit seiner heidnischen Ironieverspottete, weil der neue Kultus Kirchen hatte, die von Gold undMarmor glänzten. Der heilige Ambrosius wünscht, daß sich der Prie-ster eifrig bestreben solle, das Haus, oder wie er sagt, den Hof Gotteszu schmücken?) Konstantin setzte seinen Ruhm darein, die Kirchen mitreichen Zierden zu schmücken. Die Tempel, die er in Constantinopel,in Antiochien, in Nikomedien und Jerusalem erbauen ließ, warenreich geziert, wie Optatus in seinem Buche gegen die Donatisten er-

t) Ilislnii-o (Io Io noissonco, prn^ees et deeodence de I'Iiei-esio de ee«ieclt!, ji. 1004.

2) ddui'imuu de ttemcmd. I. c.

3) Lloxime noeeedotis b»e cnnvenit ornoie Del templiim decore eonßruo,ul eliom Iioe eull» oido lOommi >-es>dendeot. I.il>. ss. , nMc. cop, 21