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muß. Die Protestanten werden auf dem Felde der Principien geschla-gen sein, so oft sic etwas zugeben ohne Vorbehalt der Freiheit mit allihren Konsequenzen."^
Die Freiheit mit all ihren Konsequenzen, welche Herr Navillefür das Princip des Reformators in Anspruch nimmt, führt aber zumRuin des Protestantismus: mau kann nicht auf eine Vereinigung bauen.Der Gedanke Dumoulins, in Betreff der Ncchtmäßigkeit 'der Berufungvermöge der Nachfolge, würde der calvinischen Kirche zu Nichts dienen;denn ihre Gründer Farel, Virct und Calvin besaßen nie eine priester-liche Autorität. Was ist also zu thun? Man stützt sich auf die innereBerufung, die der Beweisgrund jener Mönche war, welche Bern ausden Wirthshäusern holte, um ihnen die Priestcrwürde zu erthcilen;so auch Luthers und Calvins, welche Beide ihr Predigtamt von Gottselbst erhalten haben wollten. Luther schrieb von der Wartburg ausan den khurfürsten: „Mein Evangelium habe ich nicht von Menschen,sondern allein vom Himmel, von Jesu Christo." — Und Calvin schrieban Sadolct: „Mein Predigtamt ist auf die göttliche Berufung ge-gründet, ich habe es von Jesus Christus.Ausserdem muß manwie die Libertiner läugncn, daß das Priesterthum eine göttliche An-ordnung sei, und nur eim menschliches Symbol daraus machen, dessenErtheilung der Gesellschaft zusteht; auf diese Weise verfällt man indas Wiedertäuserthum, welches die Offenbarung außer dem Prcdigt-amte sucht.
Beide Reformatoren sahen übrigens den Ruin ihrer Symbolikvoraus. Um dieselbe gegen die Anarchie der Secten zu verthcidigcn,suchte sie Calvin unter den Schutz des Konsistoriums zu stellen. Erwollte nicht begreifen, daß keine Lehre bestehen könne, in welcher keineEinheit ist: er hinterließ wohl Kirchen, nach derBemerkung Plank'sZ)aber keine Kirche. Ihr werdet sehen, daß ihm Gott den Trost nichtgab, im Frieden zu sterben. Er wird nach dem Beispiele Derjenigen,die ihm auf seinem Unglückswege vorangegangen sind, dem Verfalleseines eigenen Werkes beiwohnen. Zuerst untersuchte man dasselbe;nachdem die Prüfung vorüber war, kam der Zweifel, dann die Ver-neinung, die sich eigens geltend machte. Im Schooße der Reformation
1) Hieses pudlicpres soutenues n I'ncaclemie eie Oenvve. ^uin. 1830.et>. 4. 8- 3.
2) Ministerium quocl 1)ei vocationv sunelatum se sancitum tuisse noncintnto. — lUinisterium meum, «iiioä uuictem utnOkristo esse novi.—Op., p. 108.
3) Wir haben keine Kirche, sondern nur Kirchen. Plank Geschichte. B. I.