selbst findet Calvins Lehre ihre Verhöhner. Vergebens stellte er sieunter den Schutz der bürgerlichen Gesetze, das Bewußtsein will nichtnachgeben. Calvin geräth in Streit mit Gentilis, Westphal, Servetusund einem großen Theile der Bevölkerung Genfs. Im Auslandeverwirft Heidelberg seinen Katechismus und das protestantische Frank-reich seine Dorherbestimmungs-Theorie. Gentilis erduldet bald dieStrafe für das Vertrauen, das er auf die Lehre Calvins setzt; sobaldBolsec Herr wird über den unversöhnlichen Fatalismus des Reforma-tors, muß er Genf verlassen, und Castalion, der in einem Collegiumvon seiner Gelehrsamkeit lebte, und 450 Gulden jährlichen Gehalt hatte,wird gcnöthigt, einen ungastfreundlichen Boden zu fliehen, aufwelchem es ein Verbrechen ist, das mit der Verbannung bestraft wird,wenn man an der Unfehlbarkeit Calvins zweifelt. Er hat aber denReformator, die Kirche und die Prediger Genfs kennen gelernt: vonBasel aus wird er sie uns schildern: „es sind stolze Leute, aufgeblasenvon Ruhmsucht und so voll Rachgierde, daß man es mit viel wenigerGefahr wagen dürfte, Fürsten zu beleidigen, als diese zu erzürnen, dieseMeineidigen! Es sind geübte Leute in Verläumdungen, Ehrabschnei-dereien und Lügen, in Grausamkeiten und unerträglicher Anmaßung, ob-wohl sie ihr Genfdie heilige Stadt'), ihren Sammelplatz Jerusalem nennen!O Babylon! Babylon, das du die Güter Derjenigen einziehest, diedu für Ketzer ausgibst, und alle Jene Ketzer nennst, welche du verjagenwillst, weil sie Ihn nicht hören. Sie haben Servetus verbrannt, aberdie Kette, die er trug, haben sie aufbewahrt."
:) Ilescius, 54.