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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
37
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heiligen Markus unv des heiligen Lukas seien nach einem alten aramäi-schen Codex verfaßt worden.

In Stäudlins Magazin der Religionsgeschichte wird die Behauptungaufgestellt, das Evangelium des heiligen Johannes sei unstreitig dasWerk eines alerandrinischen Philosophen.

Schleiermacher griff den ersten Brief an Timotheus an. Eich-horn, in seiner Einleitung zum Neuen Testament, Bd. III. S. 415,den ersten und zweiten Brief, und jenen an Titus.

Der Doctor Baumgarten - Crusius in Jena, stellte in seinem Pro-gramme zum Propheten Joel, vom Jahr 1828, die Ansicht auf,der Brief an die Hebräer sei von einem alexandrinischen Philosophen,einem Schüler des heiligen Paulus, und der falsche Brief an die Alexan-driner kein anderer als der Brief an die Hebräer.

Wie will nun die Reformation den Versuch wagen, ein christlichesGlaubenssystem auf ein Wort zu gründen, an dem jeder Buchstabe vonihrer Schule streitig gemacht wurde! Müller hat Recht, wenn er fragt,wo die heilige Schrift sei, welche die Richtschnur in Glaubenssachensein soll: wenn es dem Einen gefalle, einen Brief des heiligen Paulus,einem Andern, das Evangelium Johannes, einem Dritten, das Evan-gelium des heiligen Matthäus, des heiligen Markus und heiligen Lukaszu verwerfen!

Auch andrerseits sind die Zeichen, welche Calvin als Merkmale ver-wahren Kirche angibt ganz ungenügend. Nach der Angabe des Refor-mators, soll dort ganz gewiß die wahre Kirche sein, wo das reineWort Christi gelehrt wird.

Wo ist aber die Secte, die nicht glaubt, sie sei im Besitze derLehre Jesu! Vor zehn Jahren kamen zwei Wiedertäufer nach Genf, dieman unter dem Vorwände wegjagte, sie lehren eine lügenhafte Lehre.Das Buch, welches sie mit sich führten, war die Bibel Calvins, sieberiefen sich auf keine andere Lehre, um ihre Symbolik zu rechtfertigen,als auf jene, die in diesem heiligen Buche enthalten ist! Als Münzer,nachdem er die Felder von Frankenhausen mit Blut bedeckt hatte, mit

t) Eickhorn Bibliothek der bibl. Literatur. Bd. V. S. 761 996.

2) Stäudlins Magazin der Religionsgeschickte, Bd. III.

3) Ueber den sogenannte» ersten Brief des Paulus an den Timotheus. Berlin,1807.

4) Lucke, Uebcrstcht der zur Hermeneutik ic. gehörigen Literatur vom Anfänge1828 bis Mitte 1829. Thcol. Stud. und Krit. 1830. p. 450. Bd. II.

5) Joh. von Müller, Minerva 1809. July. S. 76.

6) Vergleiche im ersten Bande das Kapiteldie Wiedertäufer."