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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
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Der alte Uebersetzer gebraucht die Wendung: Und der sich nicht inden Stuhl der Pestilenz setzte.

Wie will nun Calvin von der Nothwendigkeit der Verbreitungder heiligen Schrift in der Landessprache reden? Seine Sprache glänztnicht von einer Helle, welche das Auge blendet, weil wir eines Glossa-riums der alten Sprache bedürfen, wenn wir ihn verstehen wollen.Es ist eine außerordentliche Anmaßung der reformirten Schule, wieFichte sagt, daß sie den Himmel Allen verschließen will, die nicht lesenkönnen.

Unglückliche!" fügt Lessing hinzu,da hört Jhr's ja, daß lesenkönnen so nothwendig zur Seligkeit sei, als getauft sein; und ich sorge,Ihr müsset hebräisch lernen, wenn Ihr Eurer Seligkeit gewiß seinwollet!"

Man ist heut zu Tage in Deutschland zu der Ueberzeugung gelangt,daß das Alte und Neue Testament eine Menge Stellen enthalte, dieselbst für Gelehrte unerklärlich sind. Krug hat diese Meinung in demJournal Minerva aufgestellt, und Müller ist so weit gegangen, daßer behauptete:In den Händen des Volks wird die Bibel immer einmißliches Geschenk bleiben, so lange nicht auch zugleich das rechteVerständniß verabreicht wird."

Um die Schrift zur einzigen Grundlage der christlichen Lehre zumachen, müßte sich Calvin wenigstens mit seiner Schule über den Werthder Elemente verständigen, aus denen die Bibel zusammengesetzt ist.Hat aber nicht jede Kirche ihre eigene Bibel, wie sie ihren eigenenKatechismus hat?

Nach Bretschneider ist die Apokalypse des heiligen Johannes wedereine Prophezeihung noch eine apostolische Schrift, man findet in ihrkeine Spur von göttlicher Eingebung.

De Wette und Vater behaupten, der Pentateuch sei nicht vor Mo-ses, er sei nur kurze Zeit vor der Flucht des Volkes Israel abgefaßt

1) Der Buchstabe wurde das fast unentbehrliche Mittel zur Seligkeit; und ohnelesen zu können, kann man nicht länger füglich ein Christ fein. Fichte,Grundzüge des Zeitalters. 218.

2) Lesstng, Beiträge zur Geschichte und Literatur.

3) Febr. 1821. Luther ist noch weiter gegangen, er schrieb :ktures suclnrnntin lipistolu Zncobi nt cum psulo eoncorclsrent, sicut ct pkitchsuis insus ^pologi» tentst, seä minus teliciter; sunt enim contrurin: lietosfustillcut, kictes non justilicst. tzui tiaec rccte eonjunZere polest, luiictstuum me nominure permittum.

1) Müller: Vom Wahren und Guten. Leivzig- 1822.

5) Bretschneider, Handbuch der Dogmatik, Bd. I. S. 266.

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