von Savoyen im Mittelalter besessen hatte. „Herr von Beza hat miroft gesagt," berichtet Casaubonus, „daß Meister Calvin, welcher dasEpiscopat verworfen hatte, in der That Bischof von Genf gewesen sei,und daß er kurze Zeit vor seinem Ableben Herrn von Beza den Vorschlaggemacht habe, ihn zu seinem Nachfolger zu bestimmen; was aber Bezanicht wollte, weil er seine Kräfte fühlte, und die Würde des Ster-benden nicht anders, als mit der Rechtsbegünstigung der Beerbung nachdem Verlassenschafts - Verzeichnisse annehmen zu können glaubte."Wie man aus den Registern von 1580 ersehen kann, hatten sich diePrediger selbst unter den Despotismus Calvins gebeugt und hegten dieFurcht, man konnte diesen Despotismus zu einem Erbamte erheben.
In einem dieser Momente, in welchem sich die öffentliche Meinung,die sich im Wirthshause, wo noch die letzte Rednerbühne stand, welcheCalvin dem Volke entreißen wollte, gegen den Nichterstuhl der Censurerhob, fing der Reformator an, zu bedauern, daß er die Episeopal-Form abgeschafft habe. Damals, es war im Jahre 1554, schrieb eran Sigismund von Polen: „Die alte Kirche hat die Patriarchate einge-setzt und einer jeden Provinz ihre Primate gegeben, damit durch diesesBand des Friedens und der Einheit die Bischöfe fester unter sich zusam-menhielten. Wie wenn heute dem berühmten polnischen Reiche ein Erz-bischof zum Präses gegeben würde, nicht um über die andern zu herr-schen, oder sich ein ihnen entrissenes Recht anzumaffen, sondern welcher,um Ordnung zu halten, in den Synoden den ersten Rang behaupteteund eine heilige Einheit unter seinen Amtsbrüdern zu erhalten strebte.Auch könnten Bischöfe für die Provinzen und für die Städte angestelltwerden, denen eigentlich die Erhaltung der Ordnung obläge."
So kam Calvin denn am Ende seiner Laufbahn wie der Lieblings-schüler Luther's zu der Einsicht, daß eine christliche Gemeinde, wenn sieihr Bestehen dauernd machen wolle, eine hierarchische Verfassung erhaltenmüße. Sie waren Beide genöthigt, die Einheit zu suchen: Melanch-thon war zu ihr hingeneigt durch den Anblick der Erbärmlichkeit der Men-schenlehre, welche Luther cmancipirt hatte; Calvin durch die Unmacht
1) littst, pruest. virorum, dunU. 1684, p. 240. 0. Lranclt, Ilistuirv
No la rekurme Nvs 1'avs ttiis, t. I. p. 307.
2) 8i twNie I'ul. re^nu »uns prueosset grekiepisettpus, non gut Nomiuii-retur in religu 08 , vel jus »6 illis eruptmu silii abrogiiret, 8eN guiurNintt erni8» in 8)noNi8 prinium teuere!. lueum et ssnetsiu intereolte^as toveret ulntatem. Lsseut Nennte vel jirovinciales, vel urbsniepiseopi gui peculiuriter orclntt eonscrvsnclo intenti lorent. — Lp.Ost. LN. -dmst., p. 87.