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Man liest in den Staatsprotokollen vom 13. September 1541:
„Calvin hat das Gesuch gestellt, daß eine Kirchenordnung eingesetztwürde, und damit sie mit Geist abgefaßt werden könnte, sollte manMänner aus dem Rath': wählen, welche ihren (der Prediger) Converen-zen beiwohnen, und dem Rathe Bericht erstatten würden."
Vom 16. September:
„Nach dem Beschlüsse des großen und kleinen Rathes wurde wiederholtverordnet, daß die Herrn Prädicanten mit den sechs Herrn DeputirtendenAnordnungen über die Kirchenverfassung und einer Lebensweise folgensollten, welche vor Allem durch den kleinen Rath, dann durch die Zwei-lmndert und den allgemeinen Rath untersucht wird, um zu wissenwie sich jeder nach dem Willen Gottes und der Gerechtigkeit benehmensolle."
Vom 29. September:
„Es wurden einige Artikel der genannten Anordnungen verlesen,die einen angenommen, die andern verworfen; jedesmal wurde daraufhingewiesen, daß es gut wäre, wenn man für einen Jeden seine eigeneLebensweise feststellen würde."
Vom 20. November 1546:
„Am Sonntage wurden im allgemeinen Rathe die Kirchenverord-nungen ohne Widerspruch angenommen."
So organisirte sich die Genfer Kirche: die Verfassung ist dieselbe,welche Calvin schon seit langer Zeit entworfen hatte, und deren An-lage sich schon in der „christlichen Unterweisung" vorfindet. In dieserKirche ist der geistliche Stand auf folgende Weise zusammengesetzt.Die Prediger oder Pastoren — die Doctoren — die Nettesten — dieDiakone.
Der geistliche Stand wählt den Pastor, der Rath bestätigt dieWahl, die Gemeinde prüft die Ernennung und erklärt sich durch denMund der Syndici. *) Der Pastor leistet den Eid, daß er die Ge-setze des Staates und der Kirche befolgen wolle; „in so fern sie derFreiheit der Diener Gottes, zu lehren, was der Herr in seinem Worteihnen gebietet, nicht schaden." ^) Die innere Berufung ist die ersteBürgschaft der Prediger-Wahl. Das äußere, sichtbare Zeichen dieserBerufung, ist eine exemplarische Reinheit der Sitten: der Herr alleinrichtet über die innern Stimmungen. Ehe der Prediger mit dem Prie-
t, Instit. cllret., liv. IV., 3; Lev., VIII, 3, 4, Lomm. lit. V. 8. I>lli-lipp., I. I. IIei„., V, 4. Orä. ecele8. tit. I, 4.
2) Inst. liv. IV, etisp. 20,
3) In8t., IV, 3. Loinm. kvm., I. I Lor. 11. Orll. ecel., D I, s.
Alldiin Lxbeii Calvin'? ll. Bv 2