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des Obcrbcrgischcn zum protestantischen Bekenntnisse binüberzu-zieben. Sie wählten sich siir ihre Bekebrungsthätigkeit am Lieb-sten solcke Kirchen oder Kapellen, an welchen kein Geistlicher festangestellt war, Vorwitz trieb die Dorfbewohner dann zur An-hörung solcher Predigten, und durch die Unkenntniß in ihrem eig-nen Glauben konnten sie leicht zur Annabme der fremden Lebregeführt werden.
Ein Prediger aus Attenkirchen versuchte seine Bekehrungs-fähigkcit in der Kapelle zu Uckeratb. Diese Kapelle wurde vonden Mönchen zu Böckingen bedient. Der Prediger wählte einenTag, wo wegen eines einfallenden Festes in Uckerath Gottes-dienst gehalten werden sollte. Bevor aber noch der Mönch an-gekommen, hatte schon der Prediger seine Stelle eingenommen,den Gottesdienst begonnen und verkündete sein neues Evangelium.Als der Mönck sich der Kirche näherte, erstaunte er, schon Je-manden auf der Kanzel zu hören; auf seine Anfrage, wer denndort predige, vernahm er, daß es „Einer von der neuen Lehre"sei. Der Mönch gcrieth in Wuth; diese theilte sich sofort eini-gen handfesten Männern mit; wie rasend stürmten sie auf dieKanzel, und den Prediger buchstäblich zu zerreißen war dasWerk weniger Augenblicke. Dieses Beispiel nahm den Predi-gern alle Lust, sich noch weiter in Uckerath zu versuchen. InMuch ging es nicht besser. Hier stand ein katholischer Geistlicher,welcher sich für die neue Lehre erklärte. Durch ihn fand dieSache auch bei vielen Gemcindegliedern guten Anklang. Einanderer Pfarrgeistliche, welcher mit Eifer der katholischen Kircheergeben blieb, wußte unter den Frauen eine für die neue Lehregefährliche Coalition zu Stande zu bringen. Durch ein Fräu-lein von Markelsbach wurde gegen den neuen Prediger eineFrauenvcrschwörung angezettelt. Als dieser nun eines Sonntagsin gewobnter Weise gegen die katholische Lebre loszog, gab daserwähnte Fräulein durch Gerassel eines Schlüsselbundes dasverabredete Signal: die Frauen stürmten die Kanzel, triebendenPrediger zur Kirche binaus, stürzten ihn eine bohe Mauer