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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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ant verbanden sich mit Hessen und Weimarern unter Ebersteinund überschritten bei Wesel den Rhein, »m das Kölnische undJülichsche zu besetzen. Die meisten Städte des Erzstistes fielen,so Neuß, Kempen, Linn, Zülpich; ebenso wurde in, HcrzogthumJülich Gladbach, Dülken, Dahlen, Grevenbroich, Kastcr. Berg-Heim, Jülich, Hambach, Düren, Nicdeggen, Euskirchen, Sinzigeingenommen. Franzosen, Kaiserliche, Holländer, Hessen, Schwe-den durchzogen abwechselnd verheerend und plündernd unsre Ge-genden.

Man hoffte, wie in ganz Deutschland, so auch in unsrcrGegend, daß die in Osnabrück und Münster eröffneten Frie-dcnsunterhandlungen dem Vaterlande die so lange entbehrteRuhe wiedergeben würden. Die besitzenden Fürsten sahen aberallmählich ein, daß es sich auf diesen FriedenScongressen haupt-sächlich nur um die Interessen Frankreichs, Schwedens, Hollands,und des Kaisers handle, und daß die jülichsche Frage wohlschwerlich zu einer definitiven Entscheidung kommen werde. Da^rum versuchte man, diese Angelegenheit im eignen Hause auszu-machen und zu ordnen, und die besitzenden Fürsten kamen 1647überein, den Düsseldorfer Vergleich von 1629 wieder aufJahre zu verlängern. In Betreff des Religionswesens warddie Bestimmung getroffen, daß dasselbe in den einzelnen Län-dern in dem Zustande gelassen werden sollte, worin es im Jahre1612 gewesen war.

Mit so ein paar Federstrichen war aber die Sache wiederkeineswegs abgemacht. Diese Bestimmung in Betreff der kirchlichen Verbältnisse und Differenzen stand gut zu Papier, aber siewollte sich nicht verwirklichen. Eincslheils wurde ihr Vollzugdurch den geringen Ernst, anderntheils durch die geringe Gewaltder Fürsten gehindert. Es war ihnen nicht rechter Ernst damit,weil jeder blos dahin trachtete, seinen eignen Confessionsgenosscnin seinem eignen Gebiete größere Macht und Verbreitung unddenselben im Gebiete des andern den Grund zu allen Beschwer-den zu benehmen. Wenn das durch die Vollzicbung des Ber-

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