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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
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306
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ten dieser Herren publiciricn es als kaiserlichen Willen, daß beieiner neuen Rathswahl genau auf jenes Statut gesehen werdenmüßte. Die Protestanten aber erklärten solche Mandate desKaisers für parteiisch und versagte» ihnen den Gehorsam. AmBürgcrmcisterwabltage wählten die Katholischen den AlbrechtSchrick und Johann Fibiß, die Evangelischen dagegen den Job.Konzen und Simon Engelbrecht zu Bürgermeistern. Es wurdehierauf von der Kanzel herunter ein kaiserliches Mandat ver-kündet, welches die beiden protestantischen Bürgermeister ver-warf. Die Protestanten kümmerten sich aber wenig hierum undrüsteten sich, ihrem Beginnen mit den Waffen Nachdruck zu ge-ben. Es kam zu offenem Kampfe: die Protestanten behieltendie Oberhand, erstürmten das Zeughaus, besetzten die Stadl-thore, Tbürme und Wälle, bemeisterten sich des Stadtsiegels undbemächtigten sich des ganzen Stadtregimentes, den 29. Map 1581.Jetzt verließen viele Katholiken, sowie die kaiserlichen Commissa-rien die Stadt und berichteten die Sache mit bitteren Klagen anden Kaiser. Dieser versprach, sich der katholischen Sache auf'sErnstlichste annehmen zu wollen; aber es geschah wie gewöhnlich:nur auf dem Papier; er erließ ein Mandat, worin er erklärte,die Protestanten in Aachen seien Empörer, er wolle seiner Vor-sahren gottselige Stiftungen, Ordnung und altes Herkommenhandhaben, und er leide nicht, daß wenige Einkömmlinge eineso ansehnliche Comüne von der Religion, dem Glauben und denCäremonien abbringen, die ihre Voreltern und sie lange Jahr-hunderte bekannt und sowohl vor als nach dem Religiousfriedcnbehalten hätten." Aber bei diesen drohenden Worten blieb esauch; fünfzehn Jahre lang ergingen kaiserliche Mandate ähnli-chen Inhaltes in dieser Angelegenheit, aber die aachener Prote-stanten störten sich nicht daran und behaupteten sich im Regi-mente. Endlich schien sich die Sache für die Protestanten be-denklicher zu gestalten, und im Juni 1598 ward vom Kammer-gerichte gegen die Partei, welche rechtswidrig in Aachen daS