durch Clemens Sylvanus, die neue Desire bekannt worden zusein. Allmählich gewann dieses Bckcnntuiß immer mehr An-hänger, bis gegen Ende des sechzehnten Jahrhunderts der Uebcr-tritt einiger in dieser Gegend angestellten katholischen Geistlichenden Sieg der Reformation sicherte: in Hückeswagen trat <591der seitherige katholische Kaplan Richard Badcnol über, welchem1595 sein Pastor Jakob Linnich folgte; in Wermelskirchen wirkteals rcformirtcr Pastor mit vielem Eifer für die neue LehreLiittgcr Köster, früher katholischer Kaplan in Löttringhausen; inRade vorm Walde treffen wir 1591 als reformirten Pastor denfrüheren dortigen katholischen Pfarrer Adolph Sondermann, wel-chem nach seiner Gefangensetzung Arnold Pollich von Vrüblfolgte.
In Dbün wurde die rcformirte Lehre seit 1586 verkündet.
In Elberfeld brachte Peter Lohe die Reformation zu Stande.Er war seit 1549 Kaplan des Pastors Peter Schnuten in El-berfeld. Diesen verdroß gar sehr seines Kaplans Predigen nachrelormirten Grundsätzen und dessen beständige Anpreisung des„schriftmäßigcn" Genusses des heil. Abendmahles, und er botAlles auf ihn aus Elberfeld zu entfernen. Durch schwere An-klagen auf anabaptistische Irrlehren gelang es ihm, gegen Lobeeinen Spruch auf Absetzung und Landesverweisung zu erwirken.Lobe blieb aber trotz dieses Spruches noch eine Zeitlang inElberfeld und fuhr im Geheimen fort mit Lehren und Abend-mahlausthcilcn den neuen Grundsätzen gemäß. Er wurde nunvon Neuem als Sektirer, Winkclprcdiger und Anabaptist verklagt.Nur schleunige Flucht in's Waldcck'sche rettete ihn vor Gefäng-nis?. Hier gewann er die Gunst des jungen Grafen Franz II.von Waldeck, welcher ihn 1555 als Hofprediger mit nach Beicn-burg nahm, wovon der Graf Pfandherr war. Durch geschmei-diges Betragen, demüthigcs Schreiben und häufige Bethcuerungenseiner Rcchtgläubigkeit, dann auch durch Vermittlung des bergi-
1) v Necklinghausni, S. 472, u. a. O.
2) N>i<I. S. 487.