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MörS war auch Besitzer der kölnischen Unterherrschast Bedbur-Reifferscheid. Unter seinein Schutze bildete sich auch hier einereformirte Gemeinde und nahm die katholische Pfarrkirche inBesitz. In dieser Gemeinde wurden die meisten Synoden ge-halten, weil Hierselbst die zusammenkommenden Prediger unterdem Schutze des Grafen von Mors ungehindert ihre Berathungenhalten konnten. Von 1571 bis 1582 fanden hier zweiund-zwanzig Synodal-Versammlungen Statt. Die Vorsteher derKirche leiteten die meisten Synodalgeschäfte: sie besorgten größ-tentheils die Prüfungen der neuen Lehrer, die Bittschriften andie Fürsten und den Briefwechsel mit Heidelberg, welches dasOrakel für das ganze reformirte Deutschland war und mit fran-zösischem und holländischem Einflüsse im Bunde allerwärts dieGrundsätze des Heidelberger Katechismus zu verbreiten suchte.Wohl sonder Zweifel würde keine Pfarrei im Gebiete des Gra-fen von MörS dem katholischen Bekenntnisse treu geblieben sein,oder nur einen katholischen Geistlichen behalten haben, wenn dasGeschick dem Hause Neuenar günstiger gewesen wäre und selbi-geö nicht in den Sturz des Churfürsten Gebhard von Köln ver-wickelt hätte. Durch diese Verwicklungen wurden die Truppendes neuen Churfürsten Ernst mit seinen spanischen Helfern indieses Gebiet hineingezogen, und diese suchten namentlich inMörS, Friemersheim und Budberg das reformirte Bekcnntnißzum Vorthcile des katholischen zu verdrängen. Nach dem Un-tergange des Grafen Adolph von Neuenar floh seine GemahlinAmalie Walburgis nach Urrecht und begab sich unter den Schutzdes niederländischen Statthalters Moriz von Nassau-OranicnDieser vertrieb 1597 die Spanier und erhielt von der GräfinWalburgis die Grafschaft Mörs zum Geschenk. Moriz zog>601 in Mörs ein und nahm im August d. I daselbst wie inSchloß Krakau die Huldigung ab. Während der Herrschastdes Graten Moriz und seines Nachfolgers Friedrich Heinrich
II v, Meliec», B, Ä. S.