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digcrs Bruno Paffeudorf, welcher während Bommel's etwaigerAbwesenheit die Pfarre versah. Als Bommel nach Duisburgberufen wurde, erhielt dieser Paffendorf seine Stelle in Friemers-heim. Wie hier hatte auch in Obcrcmmerich der Abt von Wer-den das Patronat; aber auch da rcspektirte der Graf selbigeswenig und setzte eigenmächtig 1561 den Martin Hovius alsPrediger an die St. Petrikirche. Nach des Hovius Tode (1578)nahm Nikolaus Latomus seine Stelle ein. Mehr als an diesenbeiden Orten achtete der Graf das Patronatrecht in Crefeld,welches dem adeligen Fräuleinklostcr Cisterzienserordens Meerbei Neuß zustand. Nicht wie dort wollte er der Nonnen gutesRecht unberiicksichtiget lassen, sondern suchte dieselben zu bestim-men, dasselbe auszuüben zu Gunsten eines Mannes, der refor-mirtcr Gesinnung wäre. Er mochte vielleicht denken, auf jolchglimpfliche Weise auch die Nonnen für die neue Sache zu ge-winnen und die Guter des Klosters ohne offene Gewaltthat fürsich beanspruchen zu können. Er schrieb an die Nonnen unterdem 16. October 1561: „Würdige, Liebe Besondere! Nachdemwir hiubevor den ehrenfesten, unfern lieben Getreuen, Wilhelmvon der Lippe, genannt Hoen, mit Crcdenz und Instruktion zueuch abgefertigct, unter andern des Inhalts, daß Wir bedacht,in unfern Landen und Gebieten in Rcligionssachen einerlei Mei-nung predigen und halten zu lassen, und dieweil der Pastor zuKreifcld Alters halber unvermögend wäre, Unsere Gesinnungenanzunehmen, daß ihr alS Collatrizcn eine bequeme und geschicktePerson, die dem armen Volke mit Predigen und Administrationder Sakramente wohl vorstehen könnte, und sich Unserer Kirchen-ordnung in dem Fall allenthalben gemäß hielte, bestellen wollt."')Als er sah, daß die Nonnen ihm hierin wenig zu Willen warenund ein katholisches Kirchenamt auch nur einem Katholiken über-tragen wollten, änderte er den milden Ton, schrieb ihnen aml6. November desselben Jahres einen strengeren Brief und for-derte sie auf, nur dem die Collation zu geben, den er ihnen vor-
II Berg, Rrfgsch. Seite 118.