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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
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Prediger ihre Gemeinden verlassen mußten, das Interim hievondie Schuld getragen hat. Dies geschah im Jülichschen zu Stol-berg, Sittard, Heinsberg, Düren und Frechen, im Bergischcnzu Düsseldorf, Kranenberg, Schöller, Lennep, Somborn, Solin-gen, Mettmann, Wald, Rade vorm Wald, Remscheid, Burg,und gleicherweise an manchen Ortschaften im Clevischen undMärkischen. Katholische Priester nahmen wieder Besitz von denPfarreien, die Priester erschienen beim Gottesdienste wieder inden alten kirchlichen Gewänden; das dreimalige Läuten deSTages ward wieder eingeführt; das »ngelus vei und sslvaregln» wurde wieder gebetet; die Todtenvigilien wurden wiedergehalten, und die Ueberreste der Bilder und Heiligen wurdenwieder hervorgesucht und in den Kirchen zur Verehrung aufge-stellt. In diese Zeit scheinen auch die Thatsachen zu fallen,worauf viele mit verschiedenartigen Ausschmückungen verbundeneVolkssagen fußen, daß an manchen Orten des bergischen Lan-des katholische Priester mit den protestantischen Predigern in derKirche disputirten, in Streit gericthen, sich schlugen, unterTheilnahme der Gemeinden manche Prediger prügelten, sogartodt schlugen. Strenge waren die herzoglichen Verordnungenin Betreff des Interims; aber ihre pünktliche Erecution gingnicht allenthalben mit entsprechender Strenge von Statten. Eshing hiebei hauptsächlich von der Gesinnung der Commissareund Amtleute ab, die den herzoglichen Willen zu Vollzug brin-gen sollten. Dann hing es auch davon ab, ob dieser oder jenerkatholische Geistliche, welcher an die Stelle des ausgewiesenenprotestantischen zu kommen hoffte, dabei interessirt war. DerHerzog selbst sah wenig auf den genauen Vollzug seiner Ver-ordnungen, unv er that dies deßwegen nicht, weil Gewissens-zwang ihm verhaßt war. Er liebte Gewissensfreiheit und Frei-heit der Ueberzeugung, und war in dieser Beziehung nicht soeinseitig und befangen wie die meisten damaligen protestantischenFürsten, welche immerfort Gewissensfreiheit auf der Zunge tru-gen, und dabei fast keine Strafe hart genug finden konnten für