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biges an alle Kirchthürcn deS Erzstiftes anzuschlagen. Als diesaber eben wenig wie die erneuten Bitten des Kapitels, den frü-heren Bitten Gehör geben zu wollen, beim Churfursten fruchtete,da versammelte das Domkapitel im Anfang des Oktobers denClerus der kölnischen Kirche und die ganze Universität unterdem Vorsitze des Dompropstcs, Georg Herzog von Braunschweig,appcllirten in ihrer Sache gegen den Erzbischof an Papst undKaiser als ihre letzte und höchste Instanz und übergaben siedund ihre Sache ihrem gnädigen Schutze. Am 8. Novembertrat die ganze Clerisei des Erzstiftes der Appellation bei, undam 18. desselben Monats thaten die weltlichen Stände einGleiches. Dem Churfursten wurde diese Appellation förmlichinsinuirt. Die darin gemachten Ausstellungen und Vorwürfeglaubte er nicht zu verdienen, und er stellte ihr eine Gegenschriftentgegen, worin er die Appellation für nichtig erklärte, demKapitel alles Recht und allen Grund, zu appelliren, absprachindem er erklärte, daß er nichts Ungesctzmäßiges gcthan habe,und daß Alles, was er gcthan, nothwcndig und seines Am-tes und seiner Pflicht gemäß sei. Die Bitten, Ermahnun-gen und Rechtsberufungen gingen beiderseits fort. Das Dom-kapitel mit den Ständen verharrte in seinem Widerstande ge-gen die Reform, und der Fürst ließ nicht ab, dieselbe auf jedeWeise durch neugeworbene Prediger zu verbreiten und einzufüh-ren: fast in alle Städte, Flecken und Dörfer sandte er prote-stantische Prediger. Bei dem ernsten Widerstande des Kapitelsbegann der Churfürst allmählich Angst zu bekommen vor einemschlimmen Ausgange, und er suchte durch die lutherischen Fürstenbeim Kaiser zu vermitteln. Aber die Fürsten waren wenig geneigt,durch eine ernstliche Vermittlung sich in feindliche Opposition ge-gen den Kaiser zu stellen, und der Kaiser war nach dem Friedenvon Cresyz und nach einem Waffenstillstand mit den Türken zugünstig gestellt, um seinen Drobungcn nicht Kraft geben zu können.Durch Naves ließ der Kaiser den Churfursten auf den Reichstagnach Worms (1545) einladen; Hermann ging aber nickt, son-