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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
Seite
132
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als er 1532 dem Bischofsstuhlc in Münster entsagte und lieberin Ruhe zweitausend Gulden Pension verzehren, als den damalsin Münster beginnenden Kampf durchfechten wollte. Er warschwach, mag er nun abgedankt haben, weil er die aufgeregtenGemüther in Münster nicht beschwichtigen und die Unruhen nichtunterdrücken konnte/) oder mag er sich zurückgezogen haben,weil er den Geist der Neuerung in Münster nicht also zügelnwollte, wie seine Geistlichen und die katholischen KirchengesetzecS verlangten.-) Von einem solchen Archidiakon war durchauskein kräftiges Wirken gegen die Neuerung zu erwarten, im Ge-gentheil konnte man sich nur zu ihm versetzen, daß er seinemBruder in Allem vollkommen Recht geben und ihn, insofern hier-durch seine Ruhe nicht gestört wurde, nach Kräften unterstützenwerde. Er wird AlleS so haben gehen lassen, wie es eben ging,und wird sich wenig darum gekümmert haben, wenn der Chur-fürst und seine Räthe sich auf die Besetzung der geistlichen Stel-len einen Einfluß anmaßten, der ihnen gar nicht zukam. Daraufmußte es dem Churfürstcn Alles ankommen, daß er solche Män-ner als Kirchendiener aufstellte, welche ganz seiner Gesinnungwaren. Wenn dann an den einzelnen Orten Lehrer der neuenReligion auftraten, so brauchten sie blos etwas von ihrer An-hänglichkeit an die Wahrheit des Evangeliums und von der rei-nen Lehre zu sprechen, und sie konnten das Volk im Glaubenund kirchlichem Leben hinführen, wohin sie wollten. Das Volkhalte noch durchaus nicht kämpfen gelernt auf religiösem Gebiete;es war noch wie ein Kind in dieser Sphäre. Es hatte auchnoch keine Führer, die es auf seine Rechte und Kräfte aufmerk-sam machten, seine Kräfte übten und mit ihm oder wenigstensfür dasselbe gegen die Neuerer in die Schranken traten. Inden kleinen Städten und Dörfern gab es damals noch wenigKlöster, welche tüchtige Vertreter der katholischen Wahrheit ge-gen die Neuerer aussenden konnten. Die wenigen, welche sich

t) Kersscnbrock, Geschichte der Wicdeitäufer, S. IN.2) Seckendorf, I. IN. Z. 107.