dieselben dicserhalb nach Brühl. Bevor aber die Stände inBrühl sich versammelten, hielt Bucer im Austrage des Chur-fürsten seine erste Predigt in Bonn, den 17. Dezember, worausklar die Grundsätze der neuen Lehre hervorgingen. Auch hierverstand er in dieser Predigt, wie von jeher, in sanfte Wortebeißenden und bittern Sinn zu kleiden. Die Worte wählte ernach dem Wunsche des Churfürsten milde und gelinde, um keineUnruhen und keine ärgerlichen Auftritte von Seiten der gereiz-ten Gegenpartei hervorzurufen; den Sinn aber gab ihm seinHaß gegen die katholische Kirche, und, der ihn verstand, merkteeS leicht, daß er (wie Georg von Meschede sagt) wüthete wieein Wolf gegen die katholische Kirche und gegen ihre Gliederspritzte das verpestende Gift einer ketzerischen Brust. Der nachBrübl berufene Landtag scheint nicht zu Stande gekommen zusein. Die Stände mochten wohl einstweilen noch wenig Lustverspüren, auf einem Landtage offen mit ihrem Fürsten zu bre-chen, noch auch ihre Zustimmung zur Einführung der neuenLehre zu geben. Statt dessen berief er seine ersten Näthe, seinenCoadjutor Grafen Adolph von Schauenburg, den Grafen Die-trich von Manderscheid, Wilhelm von Nenncnberg, Gumbertvon Neuenar, den Kanzler Bernhard von Hagen, JohannKropper u. A. nach Poppelsdorf, damit vor diesen Bucer seineGrundsätze darlegen, seinen rechtmäßigen Beruf zur Verwaltungdes Lehramtes in Bonn erklären und seine Grundsätze und dieGründe seiner Berufung bei ihnen zur Billigung und Anerken-nung bringen sollte.') Der Erfolg entsprach noch keineswegsder Absicht. Hermann sah ein, daß Bucer an seinen Rathenund an den Theologen seiner Diözese wenig Stütze gewinnenwerde, und wandte sich deßhalb an die Pflanzschule des Luther-thums, nach Wittenberg. Auf wiederholtes Bitten sandte endlich imApril Johann Friedrich den Mclanchthon auf 6 oder 7 Wochen,nachdem ihm Hermann vorder hundert Florin Reisegeld und zwei
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