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hatte sich auch rasch nach dem Norden hin verbreitet. DerRuf dieses neuen wissenschaftlichen Lebens lockte manches reg-same Talent auö unserer Gegend nach Italien, um hier neueNahrung für den Geist zu gewinnen. Die namhaftesten Män-ner unsrer Gegend, welche sich in Italien die Richtschnur zurRegeneration der Wissenschast am Rheine holten, waren RudolphAgrikola, Rudolph Langen, Moritz von Spiegelberg, AlexanderHegius, Hermann vom Busche, Erasmus von Rotterdam. DieseMänner pflanzten die neue Richtung in den Herzen der deut-schen Jugend. Die Wirksamkeit des Agrikola, später Professor inHeidelberg, bezog sich mehr auf das südliche Deutschland. Seinvorzüglichster Schüler war Ludwig Dringeberg, welcher im GeisteAgrilola's die .wissenschaftliche Richtung des Johann Wimphe-ling, Conrad Celles, Joh. Reuchlin, Beatus Nhenanus, Willi-bald Pirkhcimer und Anderer bestimmte I. Langen war dasHaupt und erster Verbreiter dieser Richtung in Westphalen undHegius am Nicderrheine.
Eine neue Richtung des Geistes gebiert meistens in denHäuptern und Vertretern derselben Hochmuth und Eigensinnund treibt sie gewöhnlich bei der Verthcidigung der neuen Prin-zipc bis zum äußersten Ertreme. So auch bei der humanisti-schen Richtung. Die Humanisten kamen in dem Kampfe ihrerschönen Formen gegen die steifen, ungefälligen Formen derScholastik allmählich zum Kampfe gegen die Sache selbst, undtrugen bald offen die größte Verachtung und den heftigsten Haßgegen die scholastische Theologie zur Schau. An die Spitzeschwangen sich in diesem Kampfe rasch Konrad Celles, JohannReuchlin und Dcsiderius Erasmus, der erstere als Begründerder schönen Beredsamkeit, der zweite als Einführer eines besser»Stuviums griechischer und hebräischer Sprache, und letzterer alsVermittler, welcher durch schöne Sprache und ticfeS Sprach-studium die Wissenschaft belebte und namentlich das theologischeStudium zu heben suchte.
i) IlumeNnsuiii »i>. (teil, S« 283.