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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
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Aber im Laufe deö 15. Jahrhunderts änderte sich dieSache, und die Macht des Geistes brach sich eine neue Bahn,auch in die Köpfe der Laien, und den Anhängern der altenRichtung gegenüber betritt eine Schaar höchst begabter Köpfedas Heiligthum der Wissenschast, welche nicht so ängstlich anjenen kirchlichen Koryphäen hingen, ihren Wissensdurst nichtmehr einzig aus dieser Häupter und deren Schüler Werkenstillen wollten und die Nahrung ihres Geistes auch in andernals kirchlichen Quellen suchten. Solche bis dahin, wenn auchnicht ganz verschmähte, so doch nur in geringem Grade gesuchteund gepflegte Quellen waren die Philosopen und Dichter deralten Griechen und Römer. In Italien war dieses neue Stre-ben und Leben erwacht, oder vielmehr durch zwei außerordent-liche Ereignisse zu rascher Entwicklung und allgemeiner Entfal-tung gekommen. Es war dies die Eroberung Constantinopels,nach welcher die von dort geflüchteten Gelehrten dem Studiumdes klassischen Alterthums kräftigen Aufschwung gaben, und dieErfindung der Buchdruckcrkunst, welche in Italien die begeistertsteund aufopferungsvollste Aufnahme fand. Eines half dem An-dern, und das auch bei den Laien angefachte Streben nachKenntnissen und Bildung fand kräftige Hülfe in der Buchdrucker-kunst. Die sich an gelehrten Schulen durch die Schwierigkeitender Anfangsgründe in den klassischen Studien durchgearbeitethatten, denen wurde in Italien der ganze Schatz des klassischenAlterthums eröffnet. Das wissenschaftliche Monopol wurde auf-gehoben, und es blieb nicht mehr Privilegium von Korporatio-nen, sich die geistigen Schätze der Menschheit anzueignen, undallmählich wurde jedein einzelnen Gliede der Gesellschaft derWeg zu den heiligen Schriften, den Kirchenvätern und denSchriften des sogenannten klassischen Alterthums eröffnet. Manerkannte bald, welchen Einfluß dieses Streben und neue geistigeLeben in Verbindung mit der Buchdruckerkunst auf die Intelli-genz, Gesittung und Verfeinerung des Volkes haben mußte.Die Päpste gingen als Begünstiger und Beschützer dieser neuen

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