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in Etwa andere Wünsche hatte, blickte bin nach dieser Stimmedes Mönchs; sie wurde mit dem Streben nach einem bessernallgemeinen Zustande, wie mit den Sonderinteressen in Verbin-dung gebracht. Ehrgeizige Fürsten, eifersüchtige und baßerfüllteRitter, hochmüthige Städter, aufgereizte und unzufriedene Bau-ern, mißvergnügte Geistliche und Mönche knüpften daran ihreoffen oder in's Geheim gehegten Wünsche. Dabei ging es diesenAllen, wie es gewöhnlich in der Welt geht: Man zwingt sichdie Ueberzeugung auf, daß mit der Erreichung der Sonderin-teressen auch das allgemeine Wohl erreicht oder wenigstens ge-fördert werde. So glaubten auch sie, daß durch Luther's Wortihr Zustand gebessert und eine genehmere Gestaltung der kirch-lichen und politischen Verhältnisse im deutschen Reiche herbeige-führt würde. An die Einführung einer andern Kirchcnform, einesandern Glaubens, einer andern Religion dachte anfänglich Lutherso wenig wie die, welche seine Worte gerne hörten und verthei-digten. Die Welt, wo die Stimme Luther's erscholl und Anklangfand, war katholisch und war weit entfernt, daran zu denken,etwas Anderes zu werden. Die katholische Religion mit ihremganzen Dogma und allen ihren verschiedenen äußeren Erschei-nungen war gar zu sehr mit dem Leben des deutschen Volkesverwachsen, als daß man an eine Verdrängung derselben oderauch nur an eine merkliche Umänderung denken sollte. Die Gut-gesinnten, welche die Stimme Luther's begrüßten, glaubten, daßdie Abstellung von Mißbräuchen mit dem eigentlichen Wesen derReligion und des Kirchenthums wenig zu schaffen habe; und dieUebelgesinnten, welche nur an Raub und Plünderung dachten,hatten denselben Glauben und suchten sich und Andere zu über-reden, daß die Kirche sich nur mißbräuchlich im Besitze so großerGüter befinde. Zudem war man auch zu sehr von dem Grund-satze durchdrungen, daß die katholische Religion gleichsam ein Le-benselement des deutschen Reiches, daß die Religion eine Reichs-sache war, und daß es in keiner Weise irgend einem Rcichsbür-ger, noch einem Reichsstande, noch dem Kaiser selbst zustand,