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fordert die Heranziehung der Konsumvereine zu den Steuern, wobeia^iin übersieht, daß die Konsumvereine heute in allen Bundesstaaten(j/en Gewerbtreibenden nicht bloß mit Steuerlasten gleichgestellt'sind, sondern vielfach mehr Steuern wie jene zu tragen haben:j^abei ergibt sich nun hier die Ungerechtigkeit, daß einerseits den^Konsumvereinen die Rechte der Gewerbtreibenden genommen, d. h.(Slaß es ihnen untersagt wird, Waren an Nichtmitglieder abzugeben,v, u, /ährend andererseits ihnen die steuerlichen und sonstigen Verpflich-tungen der Gewerbtreibenden auferlegt werden.
Die Folge dieser Agitation war nun, daß einerseits sich diebürgerlichen Kreise vielfach von diesen Genossenschaften zurück-zogen, andererseits sich die Arbeiter um so intensiver der Bewegungbemächtigten.
Eine neue Richtung kam unter den Konsumvereinen auf. DieKonsumvereine wurden in die Arbeiterbewegung einbezogen (Crüger,Einführung in das Genossenschaftswesen, S. 235 ff.). Auf dem Partei-tag zu Hannover im Jahre 1899 hat Bebel sich dahin ausgesprochen,daß er der Gründung von Wirtschaflsgenossenschaften neutral gegen-überstehe, in der Gründung solcher Genossenschaften, wie in jederOrganisation der Arbeiter zur Wahrung und Förderung ihrer Inter-essen ein geeignetes Mittel zur Erziehung der Arbeiterklasse zurselbständigen Leitung ihrer Angelegenheiten sehe, aber doch diesenWirtschaftsgenossenschaften keine soziale Bedeutung für die Befrei-ung der Arbeiterklasse aus den Fesseln der Lohnsklaverei beimesse.Das Vordringen der evolutionis'.ischen Theorie hat jedoch mehr undmehr das Konsumvereinswesen in den Vordergrund gebracht. Jauresz. B. sieht in den Konsumvereinen Mittel, in die heutige GesellschaftEigentumsformen einzuführen, die die neue Gesellschaft ankündigenund vorbereiten. Unter derarligen Bestrebungen ist die Neutralitätder Konsumvereine natürlich mehr oder weniger zum Schlagwortgeworden. Offen ist verkündet, daß das Konsumvereinswesen alsdrittes Glied in der Kette der Arbeiterorganisationen neben dersozialdemokratischen Partei und den Gewerkschaften der Befreiungder Arbeiterklasse dienen soll. Die Konsumvereine werden zuKampfgenossenschaften herabgedrückt. Dr. H. Müller in seinerSchrift: „Die KlassenkampfLheorie und das Neutralitätsprinzip derKonsumgenossenschaftsbewegung" bekämpft aufs lebhafteste dieseRichtung, ohne daß er die deutschen Verhältnisse in seine Betrach-tungen einbezieht. Und doch ist das Buch wie geschrieben zurKritik jener Bestrebungen in Deutschland. Ist man hier doch sogarschon so weit gegangen, den Konsumvereinen die Bildung von Not-fonds zur Beteiligung an Massenstreiks nahezulegen. Es besteht