Leistungsfähigkeit steigern. Er organisierte die Genossenschaften Ineiner Weise, daß staatliche und kommunale Hilfe für ihre Gründungund Erhaltung entbehrlich wurde. Im Jahre 1849 gründete Schulzeeinen Rohstoffverein der Tischler in Delitzsch, dem alsbald zweigleiche Vereine für Schuhmacher und Schneider in Eilenburg folgten,wo Dr. Bernhardi an der Spitze der Bewegung stand. Im Jahre 1850wurde dann in Delitzsch der erste Vorschußverein gegründet, der sichvon den oben erwähnten Darlehnskassen hauptsächlich dadurchunterschied, daß die Vorschußsucher Mitglieder des Vereins seinmußten, ein Eintrittsgeld zu zahlen hatten, und verpflichtet waren,Monatsbeiträge zu leisten und den Vorschuß ordnungsmäßig zuverzinsen. Die Organisation bewährte sich, aber das Betriebskapitalder Vorschußvereine blieb noch unzureichend. Schulze hatte fürdie crsteren Genossenschaften die unbeschränkte Haftpflicht derMitglieder für die Verbindlichkeiten der Genossenschaft gewählt, erglaubte, bei der Kreditgenossenschaft davon absehen zu können. Dieswar ein Irrtum, wie ein Vergleich mit dem nach dem Vorbild desDelitzscher Vereins in Eilenburg begründeten Vereine alsbald zeigte,wo Dr. Bernhardi die unbeschränkte Haftpflicht zugrunde gelegtund damit erzielte, daß die Genossenschaft sich vollkommen aufeigene Füße stellen konnte. Im Jahre 1853 reorganisierte Schulzedann entsprechend den Delitzscher Vorschußverein und erreichtenun auch die gleiche Wirkung, wie sie in Eilenburg sich gezeigthatte.
§ 3.Schulze-Delitzsdi.
Schulze entstammt dem Städtchen Delitzsch, wo seine Vorfahrendurch eine Reihe von Geschlechtern die Stellung des Bürgermeistersund des Richters eingenommen hatten. Schulze ist am 29. August 1808geboren. Im Jahre 1837 fiel es ihm zu, seinen erkrankten Vater lalsPatremonialrichter zu vertreten. In dem Hungerjahr 1846 hatteSchulze in Delitzsch reiche Gelegenheit, sein Organisationstalentzu betätigen. Er gewann sich derart die Zuneigung und das Ver-trauen seiner Mitbürger, daß er im Jahre 1848 in die Nationalversamm-lung entsandt wurde. Im Jahre 1850 wurde Schulze in !dem so-genannten Steuerverweigerungsprozeß freigesprochen. Er kam lalsRichter nach Wreschen (Posen). Im Jahre 1851 begehrte Schulzeeinen Urlaub zur Stärkung seiner Gesundheit, der ihm zunächst ver-weigert, dann auf erneutes Ersuchen nur unter der Bedingung be-willigt wurde, daß er nicht in die Heimat ginge. Schulze fügte sich