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für die Konsumvereine die große Gefahr, daß sie ebenso wie d 010Gewerkschaften ein Annex der sozialdemokratischen Partei werde- 11 -Der Streit darüber, ob die Konsumvereine „sozialdemokratisch" seiV 1sollen oder nicht, ist ein müßiger. Auf die Tendenz kommt es an. Unddie Tendenz ist daraufhin gerichtet, aus den Konsumvereinen Klassen "genossenschaften zu machen, Genossenschaften, die den einseitiger. '■Arbeiterinteressen zu dienen bestimmt sind. Daran ändert auch nichts 'die Tatsache, daß wie auf dem Vereinstag des Zentralverbande &deutscher Konsumvereine im Jahre 1907 es gelegentlich zu scharfe 0 nAuseinandersetzungen zwischen Gewerkschaften und Konsumvereinenkam, bei denen sich nur zeigt, welcher Unterschied ist zwischendem Arbeiter, der gegenüber dem Arbeitgeber Forderungen stellt,und dem Arbeiter, der als Arbeitgeber diese Forderungen zu be-willigen hat.
Unabhängig von dieser Bewegung ist jene, die auf eine Soziali-sierung der Wirtschaftsordnung mit Hilfe der Konsumvereine heraus-kommt, wenn sie auch ganz naturgemäß vielfach mit der eben ge-schilderten Richtung die Wege kreuzen muß. Die Führer dieserBewegung stehen auf dem Boden Proudhons; sie glauben, den ge-samten Handel mit Hilfe der Genossenschaft organisieren zu können,und sind der Meinung, daß, wenn erst der Handel organisiert ist,die Produktion in die Organisation des Handels würde einverleibtwerden können — allen Krisen des wirtschaftlichen Lebens solldamit ein Ende bereitet werden. Während also Lassalle — aller-dings mit Staatshilfe — die Gründung von Produktivgenossenschaftenzur Regelung der Produktion erstrebte und ihm vorschwebte, daßeine derartige Organisation der Produktion schließlich zur Abschaffungdes geschäftlichen Risikos führen könnte, haben wir es hier miteinem gleichen Ziel zu tun, das freilich auf entgegengesetztemWege erreicht werden soll. Man beginnt nicht mit der Regelung derProduktion, sondern mit der der Konsumtion. Und wie gedenkt mandas Ziel zu erreichen? Man will die Konsumvereine zum gemein-schaftlichen Wareneinkauf organisieren, und die Gesellschaft, diediesem Zweck dient, soll dann mit der Zeit die verschiedenenProduktionszweige in ihren Betrieb aufnehmen.
Es liegt freilich für die Konsumvereine, überhaupt für diewirtschaftlich verwandten Genossenschaftsarten, nahe, sich zum ge-meinschaftlichen Warenbezug zu vereinigen. Und der gemeinschaft-liche Wareneinkauf ist daher schon vor Jahrzehnten von den deut-schen Konsumvereinen erörtert. Man hat auf das Vorbild im Aus-land, insbesondere auf England hingewiesen, nachdem verschiedeneVersuche in Deutschland gescheitert, und behauptet, daß, was in