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Grundriss des deutschen Genossenschaftswesens
Entstehung
Seite
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zugungen der Genossenschaften zu beseitigen; die Genossenschaftenan sich zu bekämpfen, weil sie dem Kleinhandel eine fühlbareKonkurrenz bereiten, gehe zu weit; wenn der Kleinhandel für sichselbst die Bildung von Genossenschaften erstrebe, dürfte er nichtanderen Bevölkerungskreisen die genossenschaftliche Tätigkeit er-schweren oder zu verhindern suchen." Und die Lage hat hier auchin dieser Beziehung eine große Ähnlichkeit mit der des Handwerks.Auch das Handwerk hat immer wieder von neuem die Konsum-vereine zu bekämpfen versucht und hat sich dann mit sich selbst inWidersprüche verwickelt, weil es nun für sich auf die Bildung vonGenossenschaften zurückgreifen wollte.

Die Vorteile der genossenschaftlichen Organisation für den Klein-handel liegen hauptsächlich, wenn nicht ausschließlich — abgesehennatürlich von den Kreditgenossenschaften, die allen Ge-werben in gleicher Weise dienen — auf dem Gebiet des gemein-schaftlichen Wareneinkaufs. Es ist aber auch hier wiederden Kleinhändlern ähnlich wie den Handwerkern ergangen. Siewollten nicht sich an die alten Erfahrungen halten, sondern meinten,selbständig neue Wege einschlagen zu können. Und dabei hat manüble Erfahrungen gemacht. Man überstürzte die Gründung von Ein-kaufsgenossenschaften, und anstatt die vorhandenen Genossenschaftensich erst einleben und kräftigen zu lassen, vereinigte man sie gleichwieder zu einer Zentrale zum gemeinschaftlichen Einkauf. Gleich-zeitig wurde an die Errichtung einer Zuckerfabrik gegangen. Bei derletzteren ergaben sich bald schwere Verluste, die zum Teil auf eineganz verfehlte Anlage zurückzuführen waren. Auch bei der Zentral-einkaufsgenossenschaft zeigten sich Mißstände, die dann natürlichauf die ganze Bewegung zurückwirkten.

Bei den Einkaufsgenossenschaften der Händler wie bei denGenossenschaften der Handwerker hat sich die vollständige Miß-'achtung der historischen Entwicklung des Genossenschaftswesensals schwerer Nachteil ergeben.

§13.

Das Genossenschaftswesen und die Arbeiterschaft.

Produktivgenossenschaft. Es ist darauf hingewiesen(§ 11), daß Schulze-Delitzsch in der Produktivgenossenschaft dasZiel der genossenschaftlichen Entwicklung erblickte.

Mit dem Wort „Produktivgenossenschaft" werden sehr ver-schiedenartige genossenschaftliche Unternehmungen bezeichnet. Zu