Vorwort.
Im Einverständnis mit der Verlagsbuchhandlung ist ein Neu-druck der ersten Auflage erfolgt. Die Statistik ist bis auf die neuesteZeit fortgesetzt. Berufsarbeiten gestatteten es mir nicht, an eineNeubearbeitung heranzutreten. Vielleicht wäre es erwünscht ge-wesen, die eine oder andere Seite des Buches einer Revision zuunterziehen. Vieles hat heute nur noch historische Bedeutung, nach-dem das Genossenschaftswesen in seiner Gestaltung und seinem^Aufbau zumal durch den Einfluß des Krieges bedeutungsvolle Ände-W^ngen erfahren hat. Gleichwohl glaubte ich den Neudruck ver-antworten zu können, zumal in der genossenschaftlichen Literaturverschiedene wichtige Neuerscheinungen zu verzeichnen sind. Es seihier besonders hingewiesen auf das 1919 erschienene Werk vonDr. Deumer: „Das deutsche Genossenschaftswesen", auf den „Führerdurch das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen" von General-sekretär Brenning (1919), auf Professor Dr. Wygodzinskis Werk:„Die neuere Entwicklung des -landwirtschaftlichen Genossenschafts-wesens" (1913), auf Dr. Wuttig: „Die Organisation des genossen-schaftlichen Geldausgleichs" (1918), Dr. Otto Neudörfer: „Die Grund-lagen des Genossenschaftswesens" (1921), Dr. Seelmann: „DieSysteme im modernen Genossenschaftswesen" (1918), Hildebrand:„Die Finanzierung eingetragener Genossenschaften" (1921). Trotzdieser wichtigen literarischen Erscheinungen scheint mir mein„Grundriß" für das Studium des Genossenschaftswesens nicht ent-behrlich. Und wenn die erwähnte Literatur die Neubearbeitung zurZeit entbehrlich macht, so wird doch die Neuauflage des Grundrissesnicht überflüssig.
Die erste Auflage des Buches hat ihren Abschluß im Jahre 1908gefunden. Der Grundriß in neuer Auflage kann natürlich nicht mitdem Jahre 1908 aufhören. Dem Grundriß ist daher ein Anhang ge-geben, in dem zunächst die wichtigsten genossenschaftlichen Ereig-nisse aus der Zeit von 1908 bis 1914 geschildert werden und dannder Einfluß der Kriegs- und der Nachkriegszeit auf die einzelnenGenossenschaftsarten eine zum Teil eingehender gestaltete Dar-stellung erfährt.
Dr. Hans Crüger.