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Grundriss des deutschen Genossenschaftswesens
Entstehung
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Zustimmung von mehr als zwei Dritteln der Stimmen sämtlicherAktionäre gebunden. Vor dem Tode Raiffeisens wurde noch einBeschluß dahin gehend gefaßt, daß die Errichtung einer landwirt-schaftlichen Reichsbank ein dringendes Bedürfnis für die Befriedi-gung des landwirtschaftlichen Personalkredits sei.

Im Juni 1877 gründete Raiffeisen den Anwaltschaftsverband, derin vielen Beziehungen dem Schulze-Delitzschschen Verbände nach-gebildet ist, aber sich von diesem wesentlich dadurch unterscheidet,daß er auf der Zentralisation beruht, während dem Schulze-Delitzsch-schen Verband die Dezentralisation eigen ist.

Besondere Schwierigkeiten ergaben sich für Raiffeisen aus derDeckung der durch den Verband entstehenden Kosten, da er imGegensatz zu Schulze-Delitzsch die Genossenschaften selbst nichtheranziehen wollte. Er dachte zunächst an die Errichtung einer ArtBrüdergemeinde. Dieser Gesellschaft sollten die der kaufmännischenFirma Raiffeisen & Co. zu Neuwied gestellten Aufgaben überwiesenwerden. Im Jahre 1881 wurde dann, wie bereits erwähnt, unterdem Namen Raiffeisen, Faßbender & Cons. eine Handelsgesellschaft,gebildet, die als Ersatz für die Charitasgeseillschaft dienen sollte.Die Gesellschaft wurde ein Glied der Neuwieder Organisation. Soergaben sich schließlich als Abteilungen derselben:- 1. die Aktien-gesellschaft Landwirtschaftlicho Zentral-Darlehnskasse für Deutsch-land mit einer Reihe von Filialen; 2. der Generalanwaltschafts-verband ländlicher Genossenschaften für Deutschland mit der Aufgabeder Revision; 3. die offene Handelsgesellschaft Raiffeisen & Cons ;

4. besondere Landesgenossenschaften für einen Zusammenschlußder Betriebsgenossenschaften, und zwar teils für den Geldverkehr,teils auch mit der Aufgabe der besseren Verwertung der landwirt-schaftlichen Erzeugnisse der angeschlossenen Genossenschaften;

5. die deutsche Zentral-Produktions- und Verkaufsgenossenschaft alsKorrelat der Zentralkasse mit der Aufgabe einer großen Handels-gesellschaft für den Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse; (i. dieGesellschaft m.b.H. Unitas (Düngerfabrik) mit dem Sitz in Neerpeltbelegen als Handhabe gegen den Ring der Düngerfabrikanten. ImJahre 1899 fand eine wesentliche Umgestaltung der Organisationstatt, deren bedeutungsvollster Schritt wohl darin bestand, daß dieFirma Raiffeisen & Cons. in Liquidation trat und mit der Landwirt-schaftlichen Zentral-Darlehnskasse verbunden wurde. Eigentum derFirma blieb nur die Druckerei. Näheres über jene Vorgänge beiFaßbender, S. 253 ff. Mit dieser Reorganisation war eigentlich erstder Stein ins Rollen gebracht. Schwere Angriffe wurden gegen dasGeschäftsgebaren der Filialen gerichtet, gegen die hohen VerwoD