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Grundriss des deutschen Genossenschaftswesens
Entstehung
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unweit der Sieg geboren, wo sein Vater Bürgermeister wax. Er tratals Freiwilliger in die Artilleriebrigade und wurde 1841 Feuerwerker.Er verließ' frühzeitg den Militärdienst, trat bei der Regierung inKoblenz ein, wurde 1843 Kreissekretär in Mainz. Im Jahre 1848erhielt er die Bürgermeisterei Flammersfeld zur Verwaltung, 1852kam er nach Heddesdorf. Überall diente er der Förderung derWohlfahrt. Raiffeisen kam mit seiner Behörde in Differenzen, sodaß ihm bei seiner Neuwahl als Bürgermeister von Heddesdorf imJahre 1865 die Bestätigung durch die Regierung in Koblenz versagtwurde. Nun widmete sich Raiffeisen vollständig dem Genossen-schaftswesen Wir sehen hier eine eigenartige Übereinstimmung inden Schicksalen zwischen Schulze-Delitzsch und Raiffeisen. Aller-dings erfreute sich letzterer in späteren Jahren wieder einer weit-gehenden Anerkennung bei der Regierung. Raiffeisen mußte sichnach seiner Nichtbestätigung eine selbständige Existenz schaffen,er gründete zuerst eine Zigarrenfabrik, darauf eine Weinhandlung,die sich zu einem ganz bedeutenden Geschäft entwickelte. ImJahre 1881 übertrug Raiffeisen sein Privatgeschäft an die FirmaRaiffeisen, Faßbender und Konsorten. Raiffeisen starb am 11. März1888. Die Firma Raiffeisen, Faßbender und Konsorten erlangte einegroße Bedeutung für die Entwicklung des ländlichen Genossenschafts-wesens. Keineswegs war die Einwirkung aber stets eine günstige.Was Raiffeisen bei seinen Organisationen vorschwebte, war, wie Faß-bender bemerkt, die Reform der heutigen gesellschaftlichen Zuständeauf dem Grunde eines lebendigen Christentums. Er war religiöserEklektiker, keine Konfession kann ihn als Anhänger zu den ihrigenzählen. Er vereinigte in sich „eine eigentümliche Mischung vonidealistischer Schwärmerei und vorsichtiger Überlegung, und hatteeinen Hang zu schulmeisterlicher Bevormundung seiner Umgebung"(Faßbender: „F. W. Raiffeisen.").

Raiffeisen hatte bereits in den vierziger Jahren als Bürgermeistervon Weyerbusch und Flammersfeld Anregung zu gemeinnützigenVeranstaltungen gegeben. Im Winter 1846/47 bildete er in Weyer-busch eine Bezugsgenossenschaft, die den Zweck hatte, Brotfruchtund Kartoffeln aus ferneren Gegenden herbeizuschaffen. Die Ge-nossenschaft war vor allem für die armen Leute bestimmt. AlsBürgermeister von Flammersfeld gründete Raiffeisen 1849 denFlammersfelder Hilfsverein zur Unterstützung unbemittelter Land-wirte. Später folgte der Heddesdorfer Wohltätigkeitsverein. Erst imJahre 1864 wurde der letztere in eine Genossenschaft umgewandelt.Raiffeisen war mit Schulze-Delitzsch in Briefwechsel getreten. Eräußert sich in einem Schriftstück, das Faßbender mitteilt, dahin: