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Polizei zu rufen und den Schutz der Obrigkeit zu verlangen, als seider eigne Schutzgeist gewichen! Am meisten bedürfte so mancherdeutsche Handwerker des Schutzes gegen sich selbst. Den altenSchlendrian abzutun, jenen bequemen Meisterdünkel, der am Endealler Weisheit angekommen zu sein wähnt, das tut vor allem notlTäglich zuzulernen und sich frisch rühren gilt es, um jeden neuenFortschritt der Gewerksindustrie, jeden Vorteil in Handel und Wandelabzupassen, wenn man jetzt fortkommen will. Ebenso ist es mitden Innungen. Auch dieser Forderung liegt ein richtiges Gefühl zu-grunde, indem ohne Einigung an eine Verbesserung der Zuständenicht zu denken ist. Allein das alte Zunftwesen mit seiner bloßformalen, beschränkenden Tendenz, ist ohne allen Inhalt und tot,und es ist durchaus vergeblich, durch die Gewerbegesetzgebung vonaußen wieder ein Leben hineinbringen zu wollen, welches nicht ausder innern Kraft des Organismus selbst hervorquillt. Nicht derZwang, das eigne Interesse muß den Anschluß hervorbringen undden Verbänden Halt gehen, wenn dieselben dauernd auf die Hebungdes Arbeiterstandes einwirken sollen. Die Assoziationen mit derganzen Macht und Fülle ihres Prinzips sind die Innungen der Zu-kunft."
Es entbehrt nicht des Interesses, daß der Begründer der Preu-ßischen Zentral-Genossenschafts-Kasse, Miquel, vierzig Jahre spätereinen offenen Brief an die Handwerker in Osnabrück richtete, der fastwörtlich mit dem Aufruf Schulze-Delitzschs übereinstimmt, freilichohne Bezugnahme auf ihn. Es heißt in dem Miquelschen Brief u. a.:' „Jch habe zu meiner Freude gesehen, daß der OsnabrückerHandwerkerstand anfängt, entschlossen gegen die Ungunst der Zeitmit eigener Kraft anzukämpfen. Es gilt heute für den Handwerker-stand wie für den Bauern, durch festen Zusammenschluß diejenigenVorteile, so weit wie möglich, sich anzueignen, welche das Groß-kapital und der Großbetrieb ihm voraus haben." Und Miquelempfiehlt dann tüchtige Vorbildung, gute Buchführung, billigen Kreditdurch Kreditgenossenschaften, genossenschaftlichen Einkauf von Boh-materialien, wo es möglich ist, genossenschaftlichen Verkauf, „ja,soweit die Verhältnisse es gestatten, Bildung gemeinsamer Werk-stätten unter Benutzung von Dampfmaschinen und anderen Motoren,jedenfalls Verwendung in der eigenen Werkstatt — diese und ähn-liche Mittel, welche die moderne Entwicklung darbietet, werden denMittelstand auch heute noch erhalten und stärken. Die Zeit derPrivilegien und Monopole ist vorbei." Daß Miquel in jenem Aufrufauf die Preußische Zentral-Genossenschaftskasse Bezug nimmt, ändertnichts an der Tendenz seines offenen Briefes, mit dem den Hand-