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Grundriss des deutschen Genossenschaftswesens
Entstehung
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schaftlichen Organisation im wirtschaftlichen Leben. Hierüber einigesnähere bei § 20. Die Arbeitsteilung beruht nicht auf Zufallserwä-gungen. Die Genossenschaft kann ihren Zweck verfehlen, wenn siedie Arbeitsteilung dort aufhebt, wo diese durch die Verhältnissedurchaus begründet ist, ein Moment, das heute, wo das Strebenherrscht, möglichst weite Kreise an den Vorteilen der genossen-schaftlichen Organisation teilnehmen zu lassen, nur allzuhäufig undzwar zum Schaden derer, die aus der Organisation Vorteil ziehenwollen, übersehen wird. Schablone ist nirgends im wirtschaft-lichen Leben am Platz und ganz gewiß nicht bei Anwendung derGenossenschaft.

Die Genossenschaft soll die Kluft ausgleichen, die entstandenist durch die Bedeutung, die das Kapital als Wirscbaftsfaktor mehrund mehr gewonnen hat. Nicht deutlicher kann dies zum Ausdruckgebracht werden als in dem „Zuruf an die deutschen Handwerker",der sich in Schulzes „Assoziationsbuch für deutsche Handwerkerund Arbeiter" (18533, S. 49) findet, und den wir seiner großen Be-deutung wegen hier im Wortlaut folgen lassen:

„Wohl ist das allgemeine Gefühl, welches den ganzen Hand-werkerstand gegenwärtig durchdringt: das Gefühl von der völligenUnhaltbarkeit seiner Stellung gegen die jetzt im Verkehr zur Geltungkommenden Mächte, das Kapital und die Fabrikindustrie, nur allzubegründet. Alle sind darüber einig, daß es anders werden müsse,daß man nicht so stehen bleiben könne. Allein anstatt vorwärts,jenen neuen Mitteln und Bahnen, deren sich das Gewerbe zu be-mächtigen beginnt, zugewendet, will man zurück? — Das ist ebensoverkehrt als unmöglich. Oder könnte denn jemand im Ernste meinen,daß, wenn man wirklich die alten Formen und Ordnungen, beidenen sich die Vorfahren vor 40 bis 50 Jahren wohl befanden, wiedereinführen wollte, dann auch zugleich die früheren Zustände der da-maligen Welt wieder mit zurückkehren würden, auf welche jeneallein paßten? — 0 nein! Anstatt sich über die Eingriffe der Fabrikund des Handels, über die Übermacht des Kapitals zu beklagen,sollte man sich lieber selbst der Vorteile des fabrikmäßigen, deskaufmännischen Betriebes bemächtigen, und sich das Kapital dienst-bar machen. Wollt nur, und ihr könnt es! — Einer Zeit, in deres vor allem gilt um gleiches Recht und gleichen Raum zu freierTätigkeit für alle, der darf man nicht mit dem Geschrei um Schutzund Privilegien entgegentreten, ohne die eigene Unreife zuzugestehen.Aber das ist eben die üble Gewöhnung der langen polizeilichen Be-vormundung, welche dem Deutschen anklebt: überall, wo sich einumsichtiger Mensch selbst zu helfen wissen soll, gleich nach der

Crüger, Genossenschaftswesen. 2