Bemerkungen, Zusähe und Zweifel.
reihe etwas unbequem sein würden, indem man z. B.die Zahl
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so lesen müßte: drei Lausend vier hundert sechs und fünf-zig zweifach große Taufend, sieben hundert neun undachtzig tausend ein hundert drei und zwanzig große Tau-send, vier hundert sechs und fünfzig tausend sieben hundertneun und achtzig. Der öftere Wiederkehr des Tausend unddes großen Tausend würde hier, besorge ich, unsere Vor-stellungen verwirren. Gleichwol weiß ich auch jetzt nochkeine bequemere Benennungen in Vorschlag zu bringen.Vielleicht, daß einem andern gelingt, was mir nochnicht glücken wollte.
Seite i54 unter Bon-virant. ,,Wohlleben ist wol einDruckfehler. (Allerdings; es muß Wohllebcr dafür ge-lesen werden. C.) Aber Wohlleber zu sagen, ist wolzu gewagt, da wir das einfache Leber von leben nichthaben. Auch scheint mir das wohl zu cdcs; lustig paß-te eher, deucht mir." Trapp. Freilich ist Wohlleberein gewagter Ausdruck; ich habe daher auch nur mit ge-ziemender Schüchternheit zu äußern gewagt: daß dasWort Wohlleber sich vielleicht bilden ließe. Die Achn--lichkeitsregel ist nicht dawider; und waS das wohl be-trifft, so würde auch ich es für diese Zusammensetzung zuedel gefunden haben, wenn wir nicht schon gewohnt wa-ren, das Leben eines Bon- vivant durch Wohlleben zubezeichnen. Im gemeinen Leben sagt man lustiger Bru-der dafür, welches aber in der edleren Schreib-art nichtgebraucht werden kann. Lüstling ist zu allgemein, undGaumenlüstling ist schon für Gourmand in Vorschlaggebracht. Beide Begriffe fließen indeß in einander.
Seite 161. „Cadett unrichtig für Cadet. (Durch jenessollte dieAussprachc imDeutschen angegeben werden. C.)Dieses letzte lautet aber selbst im Franz, nicht Kadah,sondern Kadet. Eben diese Bemerkung gilt fast von al-len Wörtern, die auf t enden, weil dieses End-t vonden Deutschen immer, von den Franzosen häufig mitge-sprochen wird." v. Winterfeld. Allein, der Regelnach, doch wol nur dann, wenn ein Grundlautcr (Vo-cal) folget?
Seite 162 zuCalender. „Wenn man Kalender schriebe,wie man in Niedersachsen auch spricht, so wäre es derForm nach ganz Deutsch; und warum sollte man's nichtthun? Schreibt man doch Knaster." Trapp.
Seite 165 jn Canonicus. „H e nk e hat auch Stiftsmann,so wie Stifts-amt f. Canonicat, gesagt/' Z i tzman n.
Seite 17& zu Castelan. In Brannschweig und Wolfen-büttel sagt man auch Hausverwalter dafür.
Seite 206 zu Concret. Man könnte auch das in derScheidekunst übliche Wort gebunden zur Verdeutschungdieses fremden Wortes gebrauchen. Auf diesen Gedan-ken wurde ich durch folgende Stelle in Lichtenbergsnachgelassenen Schriften geleitet: „Die Philosophie ist
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immer Schcidekunst, matt mag die Sache wenden, wieman will. Der Bauer gebraucht alle Sätze der abstrae-testen (abgezogensten) Philosophie, nur eingewickelt, ver-steckt, gebunden, wie der Physiker (Naturlchrer) undChemiker (Scheidckünstlcr) sagen. Die Philosophie gibtunö die reinen Sätze." Was heißt das anders, als:der Bauer denkt in concreta (in gebundener Form)eben das, was der Vernunftlehrer (Philosoph) in ab-tracto (abgezogen) denkt?
Seite 208. „Congruenz, habe ich durch Gleich-ahn-lichkeit übersetzt." v. Winterfeld. Für die Meßkunstrecht gur; so auch gleich-ähnlich f. congruent besser alsähnlich-gleich, welches Burja dafür ansetzte.
Seile 216 zu Contre-coeur. „Muß dis nicht a contre-coeur heißen?" Trapp. Allerdings, wenn man reinFranzösisch .reden will; unsere Deutschen Sprachmcngeraber erlauben sich zu sagen: ich habe es contre-coeurgcchan. Deswegen mußte das a auch hier weggelassenwerden.
Seite 222 zu Correspondiren. „Ich kann nicht zugeben,daß Briefwechseln (wie man gegen den Vers eingewandthat) etwas hart sei. Ich wüßte nicht, wo ihm diesesetwas harte sitzen sollte. Vielmehr ist correspondirenetwas hart." Trapp. Desto besser!
Seite 224 zu Coulissen. „So nennen die Näherinnenauch, was in N. Sachsen eine Schncrre, in T>. S. einZug heißt." Zitzmann.
Seite 229 zu Credit. „Dis Wort ist wol bisher nichtdurch Treue und Glaube gegeben worden; denn aufTreue und Glauben (bona fide) handeln und auf Cre-dit handeln ist zweierlei." Trapp. Allerdings; aber inandern Verbindungen scheint der Ausdruck auf Treueund Glauben doch wirklich bisher so gebraucht zu sei»,daß er mit dem fremden: auf Credit, einerlei bedeu-tete, z. B. Er liehe ihm diese beträchtliche Summe, oh-ne ein Unterpfand oder irgend eine andere Sicherheitzu verlangen, bloß auf Treue und Glauben. Was heißtdas anders, als: bloß auf Credit? „Auch kann derAusdruck guter Glaube, in der Verbindung mit haben,nie die Stelle des Credits vertreten; und nur gezwun-gen, deucht mir, in der Verbindung mitgeben. InderRamlerfchen Stelle heißt auf guten Glauben so vielals: auf das Ansehen (kde); und in der Stelle ausdem väterlichen Rathe kann ich dem guten Glaubenmeinen Beifall nicht geben." Ebend. Ich überlassedas Urtheil hierüber andern, und schränke mich bloßdarauf ein, zu bemerken, daß, wenn es dennocherlaubt sein sollte mit Ramlern zu sagen: auf gu-ten Glauben einiger Verfasser, es auch, wie esscheint, erlaubt sein müsse, mit dem Theophron zu sa-gen: seinen guten Glauben feststellen. In beiden Ver-bindungen nämlich wird der gute Glaube als etwas an-gesehen, was man hat. A d. hat Folgendes darüber:Oo 3 „Im