Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
292
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2-r Berichtigungen, Zusätze und Zweifel.

Im Händel und Wandel bedeutet der Glaube den Bei-fall, welchen man der Versicherung eines andern, undim engsten Verstände, seiner versprochenen Bezahlungoder Vergütung, um seines bloßen Zeugnisses willengibt; der Credit. Ich habe ihm die Waare auf Glau-ben gegeben. Einem Glauben geben , d. i. Credit. Jn-gleichen auch hier subjective. Du hast keinen Glaubenmehr bei mir, keinen Credit. Seinen Glauben ret-ten, seinen Credit." Sonach scheint denn doch derSprachgebrauch bisher wirklich vergönnt zu haben, denGlauben oder guten Glauben sowol mit haben, alsmit geben zu verbinden. Qb er Recht hatte, das zu ver-gönnen, ist eine andere Frage. Mein freundschaft-licher Gegner fahrt fort:Nach vielem Hin- nnd Her-i sinnen und Suchen fiel mir gelten mit seiner Sippschaftein. Ich schlug meinen Frisch nach; und fand eini-gen Trost, den ich hier mittheile:

1. gelten heißt valere , ästimari, in pretio esse,auctoritatem habere ,

2. gelten hieß ehemahls auch bezahlen;

Z. Geltung, Geltschaft, Nahergeltschaft bedeutendas Recht des Vorkauses, also einen Vorzug;

4. Gelter hieß ehemahls ein Schuldner und Gläubi-ger (so wie Hospes Wirth und Gast bedeutet);

5. Gült hieß ehemahls Schuld und auch Bezahlung;

6. Gült und Bürg sein, hieß, sich zum Schuldner(zum Mitschuldner) verbinden, und mit ihm gelobenund verheißen. Mitgült hieß ein Mitbürge.

Sollte sich hieraus nichts machen lassen? z. B. er gilt er hat Credit; das ist ein Gelter- der hat Credit!Mit seiner Gülte (Geltung oder Geltniß) ist es aus-mit seinem Credite. Seine Gülte u. s. w. ist gestiegen,gefallen rc. sein Credit. Es käme nur darauf an,daß etwa ein Froschmäusler diese Ausdrücke an glückli-chen Stellen brauchte, so daß sie jeder Leser im Gedächt-nisse behielte; dann kämen sie nach und nach in dieSchrift- und Umgangssprache. CreditbriefeGültbrie-fe oder Bürgbriefe. Creditlvs gültlos." Bei A d.unter Gelten findet sich noch mehr hieher gehöriges. Ichsetze davon Folgendes her:Wächters Muthmaßung istsehr wahrscheinlich, daß das Neutrum gelten mit demLat. valere aus einer Quelle abstamme. Und dieseQuelle ist vielleicht noch in dem Hebräischen n Stär-ke, Menge, Reichthum, Grich. und vorhanden,wovon auch unser Deutsches Geld abzustammen scheint."

Seite 234 zu Cyclus.Ich dächte, man ließe in den hiervorgeschlagenen Wörtern Sonnenzeitring, Mondzeit-ring und Steuerzeitring das Zeit weg, da in dem Cy-clus ja auch nichts von Zeit ist, und sagte:. Sonnen-kreis, Mondenkreis, Steuerkreis, oder auch Sonnen-ring u.s.w." Trapp. Ich besorge nur, daß Sonnen-ringu.s.w., ohne die beigefügte Bestimmung Zeit, nicht

bezeichnend genug, und Sonnenkreis u.s.w. zweideutigsein würden. Bei Cyclus muß die Bestimmung Zeitzwar auch nur hinzugedacht werden; aber das sind wirnun einmahl schon gewohnt; bei dem Deutschen Aus-drucke hingegen müßten wir es erst gewohnt werden.

Seite 233 zu Dactylus.Ein dactylischer Vers alsoein Fingervers." Trapp.

Seite 236 zu Data/Bisweilen auch Angaben, z.B. ausdiesen Angaben schließe ich, daß u.s. w." Trapp.

Seite 238 zu Debrouilliren.Entwirren hat Wi e-land, früher als Herder, in seinen moralischenBriefen!

Und laß Kometen irrenDer eignen Triebe Lauf sorgfältig zu entwirren.Suum cuique!" Trapp.

Seite 240 zu Declamation.Declamatio bedeuteteursprünglich das Halte» einer erdichteten Rede, war al-so eine Rede-übung oder ein Reden zur Uebung. Ge-wöhnlich geben wir die Lat. Wörter in io durch Deut-sche in ung; also wäre Declamatio eigentlich die Re-dung, Declamator der Reder (nicht Redner), so wiewir Sprecher sagen. Wie viele nöthige Wörter feh-len uns noch! Wenn doch Schriftsteller von Gewichtmehr auf Einführung des Fehlenden Bedacht wären!Wir haben die Zusammensetzungen Beredung, Ueberre-dung, Unterredung; warum nicht auch das einfacheRe-dung?" Trapp.

Seite 233 Sp. 2. Z. 32 Diagonale.Das WorkQuer-linie drückt den Begriff von Diagonale nicht genau aus.Ich habe'Ecklinie dafür. Querlinien kann man überallziehn, selbst in Dreieckenaber nicht Ecklinien." v. Win-terfeld.

Seite 298 zu Exponent.Auch Nenner und Verhalt-nißname gebrauchen einige für Exponenten des Verhält-nisses." v. Winterfeld.

Seite 299.Exstase schreiben die Franzosen unrichtig,extase. Am richtigsten wol ecstase, oder ecstasis.Exstase würde weder Lateinisch, noch Französisch sein."v. Winterfeld.

Berichtigungen, Zusätze und Zweifel

zum zweiten Bande.

Seite 36 zu Grouppe. Seit dem Abdrucke dieses Wör-terbuchs ist mir in einer namenlosen Flugschrift Trüppelfür Crouppe vorgekommen, welches das Verkleinerungs-wort von Trupp, und mit dem N. D. Druffel einerleizu sein scheint.

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