Bemerkungen, Zusätze und Zweifel.
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Und bstju hielt man eine SchaarBon Vogelpriestern (Augur warIhr Nam'); die wußten auf ein HaarDer Vöglein Sinn und ihr Begehr,
Als ob Lalcinsch gesprochen war.
Seite 138 ju Auripigment. „Dafür gebraucht Wi e-demann in der Uebersctzung desssourcro/ das völligDeutsche Rauschgclb." Zitzmann. Rauschgelb ist(S.Neuer Schauplatz der Natur. i.B.Leipzig 177L, un-ter Arsenic) rother Arsenic, und besteht aus Arsenicund Schwefel, Auripigment hingegen, welches ausArsenic, Schwefel und Spath besteht, ist grün oder roth-gelb mit schimmernden Flecken. Rauschgelb wird vonandern auch Roßgelb, von dem Jtal. rossc», roth,genannt.
Ebend. zu Autoclririe. „Sollten wir für Selbstmord nichtl'eber Selbsttödtung, für Selbstmörder also Selbst-tödter sagen? Jenes bestimmt nicht die Handlung derSelbstcntleibung, sondern ihre Unrechtmaßigkeit; (Ichdachte, es bestimmte beides. C.) den morden ist unrecht-mäßiger Weise tödten; und das fünfte Gebot in Lu-thers Katechismus (Fragelehre) sollte nicht lauten: Dusollst nicht tödten, sondern: Du sollst nicht morden.—In der Frage: ob der Selbstmord erlaubt sei? ist dieverneinende Antwort schon enthalten; undKato würdeste daher verneinen, oder vielmehr sagen, wie ich ver-muthe, daß es eine sehr überflüssige Frage sei; daß erstch nicht morden, sondern tödten wolle, und daß erzu dem letzten völlig befugt sei. ■— Wenigstens müssenwir also, wo wir einen Römer reden lassen, uns desAusdrucks Selbstmord enthalten." Trapp. In diesemletzten Falle, so wie auch in dem, da die Rechtmäßig-keit oder Unrechtmaßigkeit der Handlung des Selbst-ent-leibens erst untersucht werden soll, paffen die WörterSelbstmord und Selbstmörder freilich nicht, und hiersollte man allerdings Selbsttödtung oder Selbst-entlci-bung und Selbsttödter dafür sagen; allein für den all-gemeinen Gebrauch möchte ich uns die Wörter Selbst-mord und Selbstmörder nicht wegvernünfteln lassen;und zwar gerade um derjenigen Ursache willen nicht, aufwelche mein Freund sein Verwerfungsurtheil gründet:weil in diesen Wörtern zugleich die Unrechtmäßigkeit je-ner Handlung mitausgedruckt wird. Es hat unstreitigEinfluß auf die Sittlichkeit eines Volks, wenn schon inseiner Sprache dafür gesorgt ist, daß in der Benennungsolcher Dinge und Handlungen, die wir mit Mißbilli-gung oder Abscheu denken sollen, uns etwas widrigesoder abschreckendes anspricht. So wie ich daher Lust-dirne oderBuhldirne , und nicht Lustmadchen, für Killede joie, zu sagen gerathen habe: so muß ich nunauch auf die Beibehaltung der Ausdrücke Selbstmord undSelbstmörder dringen, weil sie etwas abschreckendeseinschließen, welches den allgcmeinern Ausdrücken Sclbst-
tödtung und Selbst-cntlcibung fehlt. Vielleicht, daßmancher, der die Hand zur Selbsttödtung schon erhobenhatte, sie wieder sinken ließ, als ihm einfiel, daß manseine Handlung Selbstmord, ihn selbst einen Selbstmör-der nennen würde.—Wir hängen wirklich in Ansehungunserer Vorstellungen und unserer Handlungen mehr,als man glauben sollte, oft bloß von Wörtern ab.
-Seite 140. „Aventure schreiben die Franzosen avan-ture." v.Winterfeld. DasDictionnairedel’Aca-demie schreibt es Aventure.
Ebend. zu Bajonet. „Bajonet ist unrichtig. Bai'onnettemuß man schreiben." v.Winterfeld. Da ich keinFranzösisches Wörterbuch, sondern ein Wörterb. über dieunserer Sprache aufgedrungenen Fremdheiten liefernwollte, so mußte ich diese Fremdheiten auch so schreiben,wi^ die Sprachmenger sie hören lassen. Diese Erkla-.Mtig gilt zugleich für hundert und mehr ähnliche Wör-ter, bei welchen die Aussprache der Deutschen von der' der Franzosen abweicht. In Deutschland läßt jeder,der nicht etwa Franz, spricht, Bajonet, nicht Baion-nette, hören; deswegen setzte ich das Wort auch so an,und fügte, wie in ähnlichen Fällen, hinzu: FranzösischBaionnette.
Seite 146 zu Baron. „Im Italischen heißt Barone auchjetzt noch ein Spitzbube, Betrüger." Wagner.
Seite iFo zu B quadrat. „B quarre unrichtig f. bequarre oder becarre." v.Winterfeld. Einige schrei-ben auch B quarre. S. De la Veaux Wörterbuch.
Seite 152 j«Billion. „Es ist hier tausend Millionen (abernur als Erklärung, nicht als Verdeutschung. C.) da-für angesetzt worden. Da haben wir aber noch dasfremde ^rt Million. Können wir das behalten, war-um nicht auch Billion, Trillion u. s. w.; und welcheungeheure Reihe von Wörtern würde erfodert werden,wenn wir Trillion, Quadrillion; Quinquillion u.s. w. durch Million, mit dem gehäuften Tausend, aus-drucken wollten. Für Million scheint mir also Bedürf-niß, ein neues Wort zu schaffen, oder wenigstens einenneuen Ausdruck, an dem, oder in dem, durch eine leich-te Abänderung, das Bil, Tril u. s. w. bezeichnet wer-den könne. Million ist entstanden aus Mille und dervergrößernden Ableitungssilbe on. Sollten wir nichtauf eine ähnliche Art zur Darstellung des nämlichen Be-griffs ein großes Tausend, und dann für Billion etwaein zweifach großes Tausend, für Trillion ein dreifachgroßes Tausend u.s.w. sagen können?" Wagner. Ichhabe gegen diesen Vorschlag nur noch zweierlei zu er-innern: 1. daß in einigen Gegenden, z. B. in Holstein,der Ausdruck großes Tausend schon in einer anderweiti-gen bestimmten Bedeutung, nämlich für 1200, gebräuch-lich ist; und 2. daß dieser, so wie die übrigen für Bil-lion, Trillion u.s.w. hier vorgeschlagenen Ausdrücke inder Rechenkunst für die Aussprache einer großen Zahlen-reihe