Tabo
■Syr.G Synt
Synediium, der hohe Rath zu Jerusalem.
Synergist, cinMitwirker, d. i. einer, welcher behauptetoder lehrt, daß bei der Bekehrung des Menschen seineigener freier Wille und seine natürlichen Geisteskräftemitwirken müssen; eine Lehre, welche einst, wie man-che andere handgreifliche Wahrheit, für verdammlicheKetzerei galt.
8ynode , fiat» Synodus, eine Versammlung der Geistli-chen, eine Kirchenvcrsammlung. Ehemahls sagte manauch die Send oder Sende dafür. S. H a l t a u s.Nach Ad. ist dieses Wort noch jetzt in einigen Gegenden(wo man z. B. Sendgericht f. Synodalgerichl sagt) ge-bräuchlich.
Synonyme, Lat. Synonyma. Einige haben gleichgül-tige, andere gleichbedeutende Wörter dafür gcsagl, fürwelches letzte Ad. lieber gleichdeutige hören will, wel-ches auch die Aehnlichkcit von zweideutig und vieldeutigfür sich hat. Das erste ist verwerflich, weil es auch sol-che Wörter bedeuten könnte, die man ohne Nachtheilgebrauchen oder nicht gebrauchen kann. Man müßte al-so wenigstens gleichgeltende dafür sagen. Allein wirnennen auch solche Ausdrücke synonymische, welchekeinesweges gleichgeltend sind, wovon vielmehr das ei-ne nur in diesem, das andere nur in jenem Falle paßt.Vollkommene Synonyme sind gleichbedeutende odergleichdeutige Wörter, deren es zwar keine in einer völ-lig ausgebildeten Sprache, aber noch manche in derunsrigen gibt. Allein ihre Zahl wird bei den Fortschrit-ten, die wir in der Ausbildung der Deutschen Sprachemachen, täglich vermindert. Zuletzt, wenn alle Wörterund Redensarten einmahl ihre genaue und feste Bestim-mung werden erhalten haben, wird es, statt der gleich-deuligen Wörter nur noch sinnverwandte geben.
Synonymio, die Auseinandersetzung und genauere Be-stimmung der Bedeutungen solcher Wörter, welche fürgleichbedeutende gehalten werden, es aber in der Thatnicht sind; also die Sinnverwandtschaftslehre.
Synonymie, die gleiche Bedeutung, die Sinngleiche,die Gleichdeutigkeit, (wie Zweideutigkeit); aber in denmeisten Fällen ist die Synonymik schon jetzt nur Sinn-verwandtschaft, und wird es künftig, bei fortschreiten-der Ausbildung unserer Sprache, immer mehr werden.
Synopsis, der Entwurf, der Abrjß.
Syntax, in der Sprachlehre, die Wortfügung. Gott-sched. Äa aber hierunter auch die Consfruction ver-standen werden kann, wovon der Syntax die Regelnlehrt: so thäte man vielleicht besser, Wortfügungsleh-re dafür zu sagen. Einige haben auch Redesat; dafüreinführen wollen, welches aber nichts weniger als deut-lich ist. Wenn man noch Wortsah dafür gesagt hätte.
Synthesis , die Zufammenfeßung, Verbindung oder Ver-knüpfung. S. .Analyse.
Synthetisch. S. Analytisch.
2. Band.
Syrt
Syrten, sind Sandbänke. Dieses Sprten ist eins vonden wenigen fremden Wörtern, welche L u t H e r bei derBibel-übersetzung zu gebrauchen sich erlaubt hat. S.Apostg. 27, 17.
System, i. das Gebäude, wie z. B, in der Zusammen-setzung, Welt-system. Für Sonnensystem könnten wirfnglich'Sonncnkreis oder Sonnenreich sagen. 2. Lehr-gebäude, wenn von wissenschaftlich geordneten und ver-bundenen Sätzen die Rede ist. Heynatz merkt im An-tibarbarus an: daß auch Lehrbegriff gemeiniglich fürSystem passe. 3. Zusammenhang. Dis Wort hätte z.B. Geliert gebrauchen können, wenn er sagt: „Mannehme den Hang zur Geselligkeit aus dem System un-serer Neigungen heraus." 4. Vorstellungsgebaude, z.B. in der R. a. Er hat sich ein System von Tugendoder von Glückseligkeit gemacht. 5. In der Tonkunstwird System für Tonrcihc, Rote,System für die 5 No-tenlinien gejagt. Eschenburg.
Systematisch, wissenschaftlich, z. B. ein solcher Vor-trag. Zuweilen kann man auch nach Grundsätzen da-für sagen; z. B. er frevelt nach Grundsätzen (syste-matisch).
Systole, 1. in der Sprachlehre, die Verkürzung oderSilbenverkürzung, da eine an sich lange Silbe als einekurze gebraucht wird, z. B. tulerunt |i tulerunt; 2.in der Arzeneikunst, das Herzspann.
T.
Tabagie (spr. Ssttstgir;), eine Tabacksschenke.
Tabatiere (spr. Labariähr'), die Tabacksdose. Dose istzwar zunächst aus dem Französischen entlehnt; aber schoneingebürgert.
Tabellarisch, tafelförmig.
Tabelle. So sehr gebräuchlich dieses Wort auch schon intDeutschen ist: so kann man es doch, seiner Betonungwegen nicht für ein echtdeutsches gelten lassen. Wir könn-ten Tafel, und wo uns dieses nicht bestimmt genugschiene, Ansichts- oder Uebersichtstafel dafür sagen.Genealogische Tabellen wären Gefthlechtstaseln,oder auch Abstammungstafeln; historische Tabellen'Gesehichtstafeln; chronologische, Zeittafeln.
Tabernakel , i. bei den Juden, die Stiftshütte; 2. beiden Katholiken, das Herrgottshüttchen oder Häuschen,worin das, nach gemeinen Begriffen, oder vielmehrUnbegriffen, in Gott verwandelte Nachtmahlsbrot auf-bewahrt wird; 3 . eine Blende für Heiligenbilder.
Tableau (spr. Tabloh), das Gemählde.
Tadle d’höte (spr. Tabeldoht), der Wirthstisch.
Tabletten, die Schreibtafel.
Tabonret (spr. Taburett), ein Stühlchen ohne Rücklehne,ein Sessel-
Kk Tabu-