Muse
Myso
Myst
Naiv
i J4
Muscadin (spr. Müskadäng), ein Bisamdufter; eine vonden neuern Benennungen der Französischen Süßherrchen.
Musculos, Franz, mvisculeux, muskelig. 23 o ß.
Muskelig strotzt ihm der Hals.
Catel hat -auch muskelstark dafür angesetzt, wofürman auch umgekehrt starkmuskelig sagen könnte.
Musette, in der Tonkunst, ein Leierstück, nach dem Du-delsack benannt, von sanftem und einschmeichelndemGange. Eschenburg.
Museum. Man versteht darunter eine Sammlung vonKunstsachen und Natur-erzeugnissen, zu wissenschaftli-chem Gebrauche, also eine Natur- und Kunstsammlung.
Music, r. als Kunst, die Tonkunst; 2 . als Wissenschaft,die Tonwissenschaft; 3 . als Wirkung dieser Kunst, daSTonspiel, das Tonstück.
Musicalisclie Instrumente, sind Tonwerkzeuge. Erist musicalisch, heißt, er hat natürliche Fähigkeit zurTonkunst; auch er hat sich auf die Tonkunst gelegt, erbesitzt Fertigkeiten in der Tonkunst.
Mnsicanc, ein Spielmann, d. i. ein gemeiner Tonkünst-ler, der für Geld spielt.
Musicus, ein Tonkünstler. In folgender Stelle in Ma-ch ensens Abhandlung über den Ursprung der Spra-che, konnte dieses Deutsche Wort nicht gebraucht wer-den : „Wäre die sinnliche Natur des Menschen so starknnd schön, als sie sein könnte, so würde jedermannZeichner, Dichter, Musteus sein, und von Künstlernund Kunst würde nicht mehr die Rede sein können." DerVerfasser daher ersetzte das fremde Wort, auf meinenRath, durch Tonspieler.
Musiviseh. S. Mosaic.
Musquiren (spr. müskiren), den Bisamgeruch geben, mitEinem Worte, bebisamen. Ein bebisamtes Taschentuch.
Mussireu, schäumen, brausen oder aufbrausen. Schäu-mender oder brausender Champagnerwein.
Mutabel, veränderlich.
Mucabilität, die Veränderlichkeit.
Mutation, die Veränderung.
Mutatis mutandis, mit nöthigen Abänderungen.
Mutilation, die Verstümmelung.
Mutilirsn, verstümmeln.
Mntnell, gegenseitig.
Mutmtm, ein Darlehn.
Myologie, die Muskellehre. Das Wort Muskel istzwar selbst aus der Fremde entlehnt; aber man hatihm doch vorher erst die Deutsche Sprachsorm gegeben,und es kann daher für eingebürgert gelten.
Myopie, die Kurzsichtigkeit.
Myops, ein Kurzsichtiger.
Myotomie, die Muskelzergliederung oder Zerlegung.
Myriade (eine), zehntausend; uueigeutlich, eine unzähl-bare Menge.
Mysogin, ein Weiberfeind.
Mystagog, der Geheimnißkramör; ohne verächtliche Ne»benbegriffe, der Geheimnißforscher oder Geheimniß-lehrer.
Mysterien, Geheimnisse, Geheimlehren; in den mei-sten Fällen, Geheimnißkramereien, oder Geheimniß-gaukeleien.
Mysteriös, geheimnißvoll.
Mystisch, geheimsinnig, oft gleichbedeutend mit ohn»sinnig, wo nicht gar mit unsinnig. Kant nimmt da§Wort in einer engern Bedeutung: „mystischen Sinnhat der, dem diese Welt nichts, aber jene Welt destogrößer und wichtiger ist." In.dieser Bedeutung genom-men, könnte es vielleicht durch überweltlich verdeutschtwerden. Unter Mvsticism versteht ebenderselbe 23er»nunstforscher, „die Meinung, übernatürlicher Inspiration(Eingebung) theilhaftig werden zu können,"
Mythologie, die Fabellehre.
Mythos, eine Dichtung. Unsere neuern Sprachgelehr»len (Philologen) gefallen sich in dem östern Gebrau-che des Grichischen Worts Mythen, statt des angeführ-ten Deutschen. Sagt man: daß nicht jede Dichtung,sondern nur die zur Götterlehre gehörigen Dichtungender Alten gemeint werden: so könnte man ja die heili-gen Dichtungen der Alten dafür sagen. Aber in den al-lermeisten Fällen werden diese beiden näheren Bestim-mungen völlig überflüssig sein, weil aus dem Zusam-menhange schon erhellen wird, von welcher Art von Dich-tungen die Rede sei.
N.
Nadir, in der Erd- und Weltbeschreibung, der Fuß-punkt, entgegengesetzt dem Scheitelpunkte (Zenith).Man denkt sich bei diesen beiden Arabischen Namen zweieinander entgegenstehende Punkte am eingebildeten Him-melsgewölbe, den einen senkrecht über uns (Scheitel-punkt), den andern senkrecht unter uns (Fußpunkt). Ca-tel hat diesen Ausdruck aufgenommen.
Näniell. • S. Nenien.
Najade, in der Fabellehre, eine Wassergöttinn, Masser-nimfe. Nimfe kann für eingebürgert gelten, nur daßes alsdann auch Deutsch, Nimfe oder Nimpfe, nichtNimphe, geschrieben werden muß.
Naiv und Naivetät. Die wesentlichen Bestandtheile derBegriffe, welche durch diese Wörter ausgedruckt werdensollen, sind
natürliche oder ungekünstelte Empfindungen oderGedanken
einer arglosen, unverstellten und anspruchlosenSeele,
geäußert ohne Rücksicht auf das, was durch Ueber-einkunft für schicklich oder unschicklich ge-halten wird.
durch