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Gyna
Haer
Haer
Halb
zwar unnatürliche, aber nunmehr unaustilgbare Bedeu-tung angewiesen.
Gynaecoeratie, die Weibeiherrschaft.
H.
Haartour (spr. Haartuhr), angelegtes oder falsches Haar,angelegte oder falsche Locken. K i nd erli ng hat Kunst-haar dafür angesetzt; Trughaar würde vielleicht nochpassender sein.
Habeas-eorpus-^ete, die, ein Englisches Grundgesetz,welches mit den Worten: Habeas corpus , anfangt,und davon benannt ist. Vermöge dieses Gesetzes da.rfein Britte nicht länger als 24 Stunden verhaftet sein,ohne vcihört zu werden, um den Grund seiner Verhaf-tung zu erfahren; auch hat, kraft eben dieses Gesetzes,der Eingezogene, wenn ihm kein Hauptverbrechen Schuldgegeben werden kann, nach Verlauf jener Zeit das Recht,seine Loslassung gegen Stellung eines Burgen zu fodern.
•— Dieses wurde geschrieben, ehe es Pitte'n gelun-genwar, auch dieses, wie andere Grundgesetze der Brit-lischcn Verfassung zum Schweigen zu bringen.
Habil, geschickt,' wohlgeübt, tüchtig.
Habilität, die Geschicklichkeit, Tüchtigkeit.
Habilitketi j in der Sprache der Hochschulen, seine Ge-schieklichkeit zum Lehr-amtc bewähren; sich zum Lehr-amtc darbieten oder melden.
Habit, die Kleidung oder Tracht, z. B. in Prcdigertracht.
Habitante», die Bewohner.
Habitude (fpr. Habitüd'), Lat. Habitus, die Fertigkeit,Gewohnheit oder Angewöhnung; welches letzte abereigentlich nur die Handlung des Angcwohncns, nichtdie dadurch erlangte Fertigkeit bezeichnen sollte.
Habituell, zur Gewohnheit oder Fertigkeit geworden;
■ wofür wir in vielen Fällen auch mit Einem Worte ge-läufig sagen können. „Seine, zur Fertigkeit geworde-ne Ordnungsliebe. Das Zanken wurde ihm endlich sogeläufig, daß u. s. w."
Habitus. S. Habitude.
Hachis (spr. Haschi), in der Kochkunst, Gehacktes, näm-lich Fleisch.
Haemorrhoiden, der Blutfluß durch den After, die gül-dene Ader genannt, die entweder blind oder fliefiendist. Im ersten Falle sagt man auch die Zacken dafür.Diese Blut-anhäufung verdiente übrigens eher die bleier-11c, als eine goldene genannt zu werden; es müßtedenn sein, daß man bei diesem letzten Ausdrucke nichtan den Werth, sondern nur an die Schwere des Gol-des dächte.
Hiimostatische Mittel, sind blutstillende.
Haeres oder Heres , der Erbe. Haeres ab intestato,necessarius, legitimus, der Leib-erbe, d. i. derjeni-ge, der des Verwandtschaftsgrades wegen, erben muß,
auch wenn der Verstorbene keinen letzten Willen hinter-lassen hat. Haeres ex asse, universalis, alleinigerErbe, Gefammt-erbe.
Haeresie, eine Ketzerei, d. i. Abweichung von der herr-schenden Lehre.
Haesitiren, stocken, anstehen, oder Anstand nehmen.
Halbiren. Die allgemeine Vermuthung, die sich bei al-len unsern Zwitterwörtern in iren darbietet, und diebei vielen darunter durch Nachwcisungcn zur völligenGewißheit wird: daß es statt derselben ursprünglichrcindcutsche Zeitwörter mit der Endsilbe eu gab, wel-che in den Zeiten des Mönchslattins durch Anlötung der- Endung are in barbarisch - lateinische, und aus diesenwiederum durch Vcrwandclung des are in iren zu bar-barisch - deutschen Wörtern umgebildet wurden; dieseVermuthung, sage ich, findet auch bei balbireir Statt.Wahrscheinlich gab es einst ein Zeitwort halben, wel-ches in dem mittleren Zeit-alter in balbare, so wiedieses wiederum in halbiren verwandelt wurde. Wasdieser Vermuthung einen hohen Grad von Wahrschein-lichkeit gibt, ist: r. weil es von dem' Beschaffcnheits»workc halb, auch ein Sachmort die Halbe gab, odervielmehr, wenigstens im N. D., noch jetzt gibt, wel-ches svwol die Seite, als auch die Halste bedeutet,und im H. D. noch in den Zusammensetzungen allent-halben (allerseits) meinethalben (meinerseits) u. s. w.lebt. S. A d., welcher dieses im Hochdeutschen veralteteWort mit aufgeführt und mit Nachweisungen belegt hat;2. weis, wie A d. gleichfalls nachweiset, die zusammen-gesetzten Zeitwörter- behalben und umbehalben fürumgeben, bei Nolker'n vorkommen. Man kann aberbei zusammengesetzten Wörtern, deren einfache Bestand-theile nicht mehr vorhanden sind, mit völliger Sicher-heit voraussetzen, daß diese eher da waren, als sieselbst. In Mo'erbeek's Deutsch-holländischem Wor-tcrbuche findet sich auch das einfache halben, mit auf-geführt', nur daß dabei auf das undeutsche halbirenverwiesen wird. >— Der Grund, warum sowol diesesZeitwort halben, als auch das Sachwort die Halbe,jenes ganz, dieses beinahe verloren gingen, liegt ver-muthlich darin, daß beide nicht ganz sprachrichtig gebil-det waren. Sie hätten nämlich, der Aehnlichkeitsregelzufolge, statt des reinen a, den Umlaut a (halben, dieHalbe) haben sollen; so wie aus hart, schwarz, naß,glatt u. s. w. nicht die Harte und harten, sondern dieHarte und härten, nicht die Schwarze und schwarzen,sondern die Schwärze und schwärzen u. s. w. entstan-den sind.
Da nun der Sprachgebrauch, um dieser Achnlich-keitsregcl ein Genüge zu thun, die Hälfte (von demN. D. half) für die Halbe eingeführt hat: so müssenwir aucb, scheint es, nunmehr Hälften für halben undhalbiren sagen. Kann man sich aber nicht entschließen,dieses sprach-ähnliche neue Zeitwort anzunehmen; nun,
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