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2 (1808) F - Z
Entstehung
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Fabrica. ©. unser Fabrique.

Fabricant, im Allgemeinen, ein Gewerkstnann oder Ge-werksmeister; in bestimmter Bedeutung, ein Tuchwe-ber, Tuchbcreiter, Strumpfwirker, Gewehrschmjd,Hutmachcr, Zuckersteder u. s. w. Wird der Herr oderVorsteher einer Werkstatt verstanden, so könnte manGcwerksherr dafür sagen.

Fabrication oder Fabricatur, die Waarenverfertigung,das Waaren-erzeugniß.. Mit Lutchern, welcher fer-llgen st. verfertigen gebraucht, könnte man auch kürzerdie Waarenfertigung, und wo die nähere Bestimmung.sich von selbst ergibt, die Fertigung, Verfertigung undVerarbeitung.,, sagen,

Fabriciren, schmieden, verfertigen, machen, erzeugen,,fertigen:

Zu fertigen der Weisen SteinAus des gereiften Goldes Samen.

9 t. Froschmäus ler.

Fabrique (spr. Fabrihk); sollte eigentlich nur eine Werk-statt, worin geschmiedet und gehämmert wird, bedeu-ten, so wie Manufaktur diejenige, worin ohne Ham-mer mit den Handen gearbeitet wird. Allein der Sprach-gebrauch hat diesen Unterschied aufgehoben; und selbstdie Römer gebrauchten ihr Fächer schon in allgemeine-rer Bedeutung. Niemand tragt daher auch Bedenken,Hutsabrik und Strumpffabrik, wie Mefserfabrik u. f.w. zu sagen. Der allgemeine Begriff, den wir mit bei-den Wörtern, Fabrique und Manufaktur, verbin-den, ist der einer Werkstatt, wo etwas gemacht oderbereitet wirb. Außer diesem ist der allgemeinste DeutscheAusdruck dafür, der auch schon ziemlich gebräuchlich ist,Gewerkshaus; wofür in Zusammensetzungen auch daseinfache Werk, und in einigen Fallen Hütte gebrauchtwerden kann, z. B. ein Eisenwerk, ein Kupfer- oderMessingwerk, Ane Glashütte, eine Ziegelhütte. Füreinzelne bestimmte Gewerke fehlt es uns auch nicht anbesondern Benennungen, z. B. Tuchweberei, Gewehr-und Messerschmiede, Zuckersiederei, Gerberei, Strumpf-weberei/ Glashütte, Bandwirkerei, Hutmacherei u. s. w.

Bei geistlichen Stiftungen, Kirche», Kapellen u. s. w.versteht man unter Fabrika, die Unterhaltungskasse,aus welcher die Kosten zur Unterhaltung der Gebäudeund zur Anschaffung des Benöthigten bestritten werden.

, Es wird von den Einkünften eines solchen Stifts jähr-

2. Band.

lrch etwas pro Fabrica d. i. zu den llnterhaltungsko?sten, ausgeworfen.

Fäbulant, ein Fabler. S tieler. Das edlere Work fürFabelhans. Ad. hat dasselbe eben so wenig, als diegleichfalls untadelhafte Ableitung Fabelei, für Erdich-tung in verächtlicher Bedeutung.

Fabulh eu ; warum nicht fabeln? Was hat dis gute,wohlklingende und sprachrichtige Wort verbrochen, daßes von Ad. (Unter Fabuliren) in die niedrige Sprech-art herabgesetzt wird? Unbegreiflich! Das Sach-wert Fabel darf man für eingebürgert halten, weil esDeutschen Klang hat, und schon in die Volksspracheübergegangen ist; aber fabuliren kann, wie alle Wör-ter in iren, niemahls Deutsch werden.

Fabulist.Der eben angeführte Fabulist." R a m l e r.Und warum nicht Fabeldichter? Fabel ist eingebürgert,und beleidiget unsere Aehnlichkeitsregel weder durchfremde Laute, noch (wie Fabulist) durch eine fremd-artige Betonung. Daß Ramler jenes undentscheWortgebrauchte, ist um so weniger zu entschuldigen, da erauch die Ableitung Fabler, nicht blos kannte, sondern,wie es scheint, auch in dieser Bedeutung billigte:Vondem Zeitworte fabeln, Mährcheu erzählen, machte mandas Wort Fabler, und sägte: der Fabler LafontaineIn der Abhandl. über die Bildung der DenlschenNennwörter. Dis Fabler möchte ich nun zwar selbstnicht für Fabulist gebrauchen, weil fabeln noch nichtfür Fabeln machen, sondern nur für Mahrchen oder un-wahre Dinge erzählen, üblich ist; und man daher beiFabler eher an einen Mährchenkranter, als an einenFabeldichter denken würde. Aber dieser letzte Ausdruckist doch eben so gebräuchlich, als untadelhaft.

Fabulös, fabelhaft, mahrchenhaft- Eine fabelhafte Ge-schichte. Es klingt mahrchenhaft.

Fagade (spr. Faßade), Jral. Facciata. Zch habe in mei-nen frühern Versuchen Antlitzseite dafür vorgeschlagen,und muß bekennen, daß ich diesen Ausdruck, besondersfür die höhere Schreib-art, auch noch jetzt, nachdem ver-schiedenes dagegen erinnert worden ist, für unverwers-lich halte. Die dagegen gemachten Einwendungen sindfolgende: Moritz meinte (S. deutsche MonatsschriftDee. 1792.),, die beiden Begriffe Antlitz und Seiteschlössen einander aus, indem man unter Seite sich et-was nebenbei, unter Antlitz hingegen dasjenige denke,was gerade vor uns, oder unserm Gesichte zugekehrt

A ist.

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