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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
91
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Maca

Mach

Mäan

bcn kann; indem nicht nur zu einigen Arten derselbenauch die Flotte gebraucht, sondern auch wol andere, als1 /rische Gedichte, mit der Leier begleitet wurden: sokann jene wörtliche Ucbersctzung ihres ehemahligen Na-mens jetzt nicht mehr für eine schickliche Benennung der-selben gehalten werden. Sulz er und andere habengezeigt, daß Fülle der Empfindung, die in Gesangausbricht, das Wesen dieser Dichk-art ausmache. Demzufolge müßte man fie entweder Empsindungsgedichteoder Singgedichte nennen. Allein diese letzte Benen-nung ist schon für Cantate üblich; es bliebe daher nurjene erste übrig; allein, genauer betrachtet, eignet auchsie sich nicht dazu, die lyrischen Gedichte von andernDichtungsarten gehörig abzusondern; denn alle andernGedichte haben es ja auch mit Empfindungsdarstellun-gen zu thun. Alles wohl erwogen, scheint mir unserGesang die beste Deutsche Benennung dafür zu sein.Denn, daß der Sprachgebrauch dieses Wort Insofernes das , was gesungen wird, und nicht die Handlungdes Singens bezeichnet) im gemeinen Leben schon zu ei-ner Benennung der Kirchengesänge insbesondere gestem-pelt hat, scheint dem Versuche, es in jener allgemci-ncrn Bedeutung für lyroches Gedicht überhaupt, ge-bräuchlich zu machen, kein unüberwindliches Hindernißin den Weg zu legen. Irgend ein tonangebender Dich-ter brauchte nur eine Sammlung von lyrischen Gedich-ten unter dem Titel: Gesänge, herauszugeben; undwir brauchten uns nur zum Gesetz zu machen, überall,wo von Gesängen zum Kirchengebrauche die Rede ist,uns der bestimmteren Benennung, Kirch engesang, zubedienen: so würde jener alte Volkssprachgebrauch sichnach und nach verlieren, und dieser neue an seine Stel-le treten.

M.

Macaroni, Maische Nudes.

Maceriren, eigentlich, einweichenoder vielmehr zer-weichen, einbcizen ; uneigentlich (mit sich), sich abquä-len, abmatten, abaschern, kasteien.

Maehiavelismus} die Lehre oder Grundsätze Machiavcls ;also Machiavelslehre. Man könnte auch Machiaveleidafür sagen. Der Verfasser dieses Staatsrechls wurdeder Machiavelei bczüchligct.

Machination, die Anzettelung oder das Anzetteln; dieRanke, und die Meuchelei. S. das folgende Ma-chiniren.

Machine. S. Maschine.

Machiniren. In den meisten Fällen wird die R. a. Ran-ke schmieden, oder das Zeitwort anzetteln dafür passen,welches letzte mit dem Französischen onrdir (unctrame,nne trahison) bekanntlich einerlei eigentliche und unei-geutliche Bedeutung Hat. In andern Fällen wird man

das veraltete meucheln (etwas Heimlich und Hinterlistigtreiben; wovon der Meuchelmord) dafür gebrauchen kön-nen. Zu Luthers Zeiten muß dieses gute Wort nochnicht so veraltet gewesen sein; denn dieser hat auchmeuchlings, für hinter Rücks, davon abgeleitet.

Maeon (spr. Maßong), ein Maurer oder Freunaurer. ImDeutschen nimmt man es nämlich für Franc macon.

Ma9onnerie (spr. Maßonnerie), heißt zwar im Franzö-sischen nur Mauerwerk; imDeutschen aber versteht mandie Maurern oder Freimaurerei darunter.

Macrocosmus, die große Welt, d. i. das Weltgebau-de, im Gegensatze der kleinen Welt, Microcosmus,worunter oft der auf der Erde lebende Mensch verstan-den wird.

Macrosen , in der Erdbeschreibung, Langschattige.

Maculatur; in weiterer Bedeutung, Schmutz - oder Pack-papier; in engerer, Löschpavier. Im N. D. hat manauch den AusdruckZugpapin, weil Feuchtigkeiten insich zieht. Dieses antwortet dem Franz. Biberon. InSchwaben sagt man Fließpapier. Für Maculatur indemjenigen Sinne, worin die Buchhändler es nehmen,haben die Holländer die gute Benennung Misdrub.Ein zu Maculatur gewordenes Buch heißt bei ihnen eenboek tot Misdmk worden. Schmutz - und Packpa-pier hat Catel aufgenommen.

Maculiren, bestecken, beschmutzen.

Madame. S. Dame.

Mademoiselle. S. Dame.

Madonna, die heilige Jungfrau, in her Sprache derProtestanten, welche keine Heilige anerkennen, die Jung-srau schlechtweg, oder mit ihrem eigenthümlichen Na-men, die Jungfrau Marie. Eine Madonna in denschönen Künsten ist eine Marie oder ein Marienbild.

Madrigal. Das Unterscheidende dieser ehemahls mehrals jetzt gebräuchlichen Franz, und Jtal. Gedichts-artist: i. Kürze; 2. Verse von ungleicher Länge, und 3.in Ansehung des Inhalts, theils ein sinnreicher Haupt-gedanke, theils auch sanfte oder verliebte Empfindun-gen. Ich finde es nicht thulich, alle diese Bestimmun-gen, die noch dazu so wenig bestimmen, durch EinWorkzu bezeichnen. Die Benennung aber bloß von einer die-ser schwankenden Bestimmungen herzunehmen, ist nicktrathsam; denn man möchte, welche man wollie , -dazuwählen, so würde -die danach gebildete Benennung injedenr Falle zu weit gerathen, und für mehr als Eineandere Gedichts-art zugleich mit passen. Ich muß da-her auf die Verdeutschung dieses Worts Verzicht thun;welches auch um so unbedenklicher geschehen kann, dadiese Art jetzt ausser Gebrauch zu kommen scheint.

Maestoso , majeMisch, prächtig. E s ck e n b u r a.

Mäandrisch, ein vonDichkern gebrauchtes Beiwort, fürgekrümmt, oder schlangensörmig sich windend; vondem in vielen Krümmungen sich fortwälzenden Mäan-der, einem Flusse in Klein-asien, entlehnt.

M 2 Mäce~