Quot
Radi
Quote, der verhaltnißmäßige Antheil, an einem abzu-tragenden oder zu empfangenden Ganzen.
Quotient, in der Zahlenlehre, derThcilzahler, oder dieTheilzahl. Burja.
R.
Rabatt, Jtal. Rabatto (Ribasso), der Abzug oder Nach-laß von einer festgesetzten Summe, oder von dem ge-wöhnlichen Preise. Man gibt einen Rabatt von 5 p. c.d. i. man Jäßt sich fünf von Hunderten abziehen, manverwilliget einen Abzug von 5 auf 100.
Rabatte, 1. der Aufschlag oder die Aufklappe oder Klap-pe an einem Mannsrockc; 2. ein Schmahlbeet, d. i.ein länglichschmales und eingefaßtes Gartenbeet, längsdes Weges.
Rabattire», abziehen.
Rabulist, 1. ein Rcchtsdreher; 2. im gemeinen Lebenein Zungendreschcr. So nennt man einen schwatzhaftenund ränkevollen Auwald, der eine Sache durch gesuch-te Weitlauftigkeitcn in die Länge zu ziehen bemüht ist.Der Ausdruck scheint mit dem N. D. Zeitworte, rab-beln, geschwind, viel und unverständlich schwatzen, dasauch V 0 ß gebraucht:
Wie hold ihr zuckt und rabbcltVor Scclenlust.
verwandt zu sein, und von diesem könnte man daherauch Rabbelcr dafür bilden. Ehemahls sagte man Ge-setzling (wie Dichterling) dafür.
Rabulistetei, die Rechtsdreherei, die Zungcndrefcherei,die Rabbelei. S. Rabulist.
Raeeommodire», ausbessern, flicken.
Raee (spr. Raßc), die Art oder Zucht. Ein Hund vonguter Art. Ein Schwein von guter Zucht:
Die Mutter, welche mich gcbahr.
Und die von alter Zucht aus Sparta war.Ab-artung, welches K an t dafür gebraucht hat, drucktdie Abweichung von einer Art aus. Wie land hat dasveraltete Gezücht erneuert:
Hätt'st du auch dis Gezücht so hoch als ich ge-halten.
Auch Schlag ist dafür gebräuchlich. „Der Schlag istauch nicht zu verachten." Lcssi ng.
Rade, in allgemeinen ein Ankerplatz, in bestimmterer Be-deutung ein vor starken Winden geschützter Ankerplatz,mit Einem Worte, eine Reede.
Radical, eingewurzelt. Wir können es auch durch Zusam-mensetzungen mit Grund verdeutschen, z. B. eine Grund-verbesserung, eine Grnndverschlimmerung, ein Grund-übel. Kant versteht unter dem radicaien Bösen, wel-ches er in der menschlichen Natur zu finden glaubt, ei-ne ihr wesentlich anklebende, ihr angebohrnc Neigung
Radi Raff
zum Bösen, sonst auch Erbsünde genannt; welche, fei-ner Erklärung zufolge, darin bestehen soll, „daß deroberste Grund aller Mapimc.n gesetzwidrig ist, und folg-lich auch alle Mapimen verdorben find." In der Sprach-lehre heißt Radicalsilbe soviel als Wurzel- oder Stamm-silbe.
Radicaliter, von Grund aus, mit der Wurzel. Ersuchtdas Uebel mit der Wurzel auszurotten.
Radiren, 1. schaben, ausschaben, auskratzen. EinenSchreibfehler mit dem Federmesser ausschaben; 2. inder Kupferstecherkunst, wo es das leichte Aufritzen dermit einem Firniß überzogenen Platte, in Gegensatze desStechens, bedeutet, ätzen. Ein geätztes Blatt.
Radirfirmß, Radirqrund, der Aetzfirniß, der Aetzgrund.
Radirkunst, die Aetzkunst.
Radirmesser, das Schabemesser.
Radirnadel, die Aetznadel.
Radirwasser, das Aetzwasser.
Radius, in der Größenlehre, der Strahl. Man verstehtdarunter eben das, was man sonst auch den Halbmes-ser (Semidiameter) nennt, d. i. jede aus dem Mit-telpunkte nach dem Umkreise gezogene gerade Linie.
Radix, 1. überhaupt die Wurzel; 2. in der Zahlenlch-re, diejenige Zahl, die durch stch selbst vervielfältiget(mnltiplicirt) eine gewisse Summe gibt, die Wurzel-zahl, oder auch die Wurzel schlechtweg; 3. in derSprachlehre, dasjenige Stammwort oder Wurzelwort,aus welchem andere Wörter entstanden sind.
Radotage (spr. Radotagc), unsinniges Geschwätz, Fa-selei, Rappelei. S. Radotiren.
Radoteur (spr. Radotöhr), ein unsinniger Schwätzer,Fascler, Rappeler, auch Faselhans. W i e l a n d , derdieses Wort im Danischmende gebraucht, sagt in derMehrzahl auf gut £>. D. die Faselhansen, st. Faselhan-se: „Die Gecken, Faselhansen und Narren eingerech-net." Nicht gut. S. Radotiren.
Radotiren, unsinnig reden, irre oder beirichtig reden,faseln, rappeln. Dis letzte ist zwar aus der N. D.Mund-art; aber es beleidiget die allgemeine DeutscheAehnlichkeitsregel in keinem Stücke, und verdient da-her auch in unserer Schriftsprache seinen Platz. Mansagt sowol: es rappelt mit ihm, als auch : er rappelt;beides in der Bedeutung: er radotirt. Lo gau hat dasZeitwort albern, für kindisch werden, welches sich auchfür radotiren gebrauchen ließe: .
Dankbarkeit, du theure Tugend,
Alberst bald in deiner Jugend.
Raffinade, 1. die Verfeinerung oder Läuterung, z. B.des Zuckers, das Zuckersieden, 2. der geläuterte odergefeinte Zucker selbst.
Raffinement (spr. Raffinemang), 1. die Erkünstelung;
2. etwas gesuchtes, erkünsteltes, überfeines.
Raffi-