Berichtigungen- Zusätze und Zweifel
Veite VIII der Vorrede. In folgender Stelle: ,Mieganz anders war der Erfolg, als Thomastus, Leibniyund Wolf die Vernunftwissenschafken in eine reine,mit sich selbst übereinstimmende, menschliche Sprache —gleichviel in welche —zu kleiden sich beflissen!" habe
v ich mich nicht bestimmt und deutlich genug ausgedruckt;und Kenner der Werke jener Männer könnten es auffal-lend finden, daß ich die Schrcib-art des Thomastus mitder eines Wolfs, in Ansehung der Reinheit, hier inEine Klasse zu setzen scheine. Aber auch nur scheine;meine Absicht war das nicht, und konnte es nicht sein.Ich wollte nur auf das große Verdienst des Mannes hin-weisen, einer der ersten gewesen zu sein, welche unseredamahls noch so rohe Deutsche Landessprache der bar-barischen Grichisch-lateinischen Schulsprache vorzogen,und sie zu einer wissenschaftlichen Sprache zu erhebensuchten. Das Deutsche, worin Thomastus zum großenAergerniß der gelehrten Steiflinge (Pedanten) seiner Zeit,zu lehren und zu schreiben wagte, war, wenn gleich nochnicht in sich, doch vergleichungsweise rein; reiner, ge-meinverständlicher und von jenen hohlen und barbari-schen Grichisch-lateinischen Kunstwörtern der Schule mehrgesäubert, als alles, was bis dahin, im wissenschaft-lichen Fache, Deutsch geschrieben war; ja auch um vie-les reiner und verständlicher, als. dasjenige, was unse-re neuern Vernunftlehrer schreiben. Darauf, und nurdarauf wollte ich hindeuten. Uebrigens hätte ich hier un-ter den Schöpfern unserer gemeinverständlichen wissen-schaftlichen Sprache auch den ehrwürdigen Namen Rei-marus zu nennen nicht vergessen sollen.
Seite 36. „Affyrier soll ein Lateinisch gebildetes Wortfein? Woher das? Wegendes i in der Endsilbe? Dannsind Schlosser und Spanier auch Lateinisch gebildet.Nach meiner Einsicht (S. Beiträge zur weit. Ausbild. derDeutsch. Sprache VI. 106.) ist Affyner richtig, Affyrcraber falsch." v. Winter seid. Ich stimme diesem Ur-theile bei.
Seite 62 zu der Anmerk. „Die Bremische Erklärung hatdoch den, meines Erachtens, entscheidenden Grund fürsich, daß der Franzose in dem nämlichen Sinne sagt:C'e5t un homme ä trois poils. S. Dictionnairede l’Acad» unter Poil." Z i tzmann.
Seite 76. „Ich stimme für entsprechen. Antworten undentsprechen sind verschiedene Begriffe; und da man ver-schiedene Wörter dafür hat, muß man sie beibehalten.Ist das Wort entsprechen unregelmäßig gebildet, sohat es dieses mit vielen andern Wörtern, ja mit demWorte antworten selbst, gemein." v. Winterfell».Ich antworte: 1. daß ich die Verschiedenheit der Be-griffe, welche durch entsprechen und antworten (beideuneigentlich genommen) bezeichnet werden, nicht bemer-ken kann; 2. daß mir antworten kcineswegcs unregel-mäßig gebildet zu sein scheint; es ist aus an mit demWohllauts-t (welches auch in andern Wörtern, z. B.in Antsiy, Statt findet) und Worten zusammengesetzt,und diese Zusammensetzung stimmt mit dem Begriffe,den es ausdrucken soll, überein; dahingegen entspre-chen, der allgemeiner» Achnlichkeitsregel zufolge, dasGegentheil von dem ausdruckt, was es ausdrucken soll.S. im Wörterbuche den Artik. Repondiren.
S. 83 unter Abandoniren. Als ich den hier, bei Gele-genheit der R. a. im Stiche lassen, vorgetragenen Zwei-fel über den Gebrauch des in und im niederschrieb,hatte ich die Untersuchung darüber noch nicht geendigct.Dis hat die unangenehme Folge gehabt, daß auf ver-schiedenen Seiten desselben, in Ansehung des Gebrauchsjener in und im, ein unsicheres Schwanken bemerktwird. Ich bitte meine aufmerksamen Leser dieser Unge-hörigkcit wegen um Verzeihung; eine Bitte, der ichfreilich überhoben sein könnte, wenn es mir genügte,nur vor des Sprachgebrauches zwingherrlichem Richter-stuhle freigesprochen zu werden; weil dieser, wie wirwissen, es mit dem Hin - und Herfchwankcn und mitWidersprüchen aller Art so genau eben nicht zu nehmenpflegt, indem er ja höchstselbst (und Herr Adelung mitihm) im Begriffe und in Zweifel stehen (S. Ad.),zu Spott werden und zum Spott machen (S. Ad.),im Ernst und insonderheit (f. in der Sonderheit) undsogar insbesondere, von ganze m Herzen und im ge-meinen Leben (S. Ad. unter Ganz), ingleichen undim Ganzen (S. Ad. unter Gleich) zu sagen nicht bloßgestattet, sondern auch gebietet. Allein da ich lieber diegesunde Vernunft, als vernunfklose oder folgewidrigeMachtsprüche des Sprachgebrauchs auf meiner Seite ha-Nn 2 ben